41. BMW BERLIN-MARATHON Inlineskating am 27. September 2014

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Skating-Technik

  • Grundlagen der Skating-Technik – so können Sie sich selbst korrigieren

    Ob Einsteiger oder Profi, die Grundlagen der Fahrtechnik sind für alle Inlineskater das A und O. Wer rein auf Kraft und Ausdauer setzt, der wird nicht weit kommen. Körpergefühl und Technik bringen Sie effektiv in Fahrt. Wenn die Anstrengung kaum noch zu spüren ist und man scheinbar ewig weiterskaten könnte, dann ist man auf dem richtigen Weg. Mehr Leichtigkeit und damit mehr Genuss beim Skaten lautet die Devise. Für dieses Gefühl lohnt sich das regelmäßige Techniktraining. Der Blick auf die Uhr ist nicht das Maß der Dinge – insbesondere beim ersten Wettkampf im Frühjahr.

    1. Die Grundhaltung ist der erste Schritt
      GrundhaltungDie Skating-Position ist die Grundhaltung, die man einnimmt, um sich fortbewegen zu können. Stellen Sie die Füße etwa mit schulterbreitem Abstand parallel zueinander auf und legen Sie die Hände dabei locker auf die Oberschenkel. Nun soweit in die Knie gehen, bis diese mit den Händen umfasst werden können. Dabei sollten Sie weder nach außen noch nach innen knicken. Zur Kontrolle über die Kniespitzen schauen – hier sollten die Fußspitzen zu sehen sein. Der Körperschwerpunkt muss zentral durch die Fußmitte verlaufen. Hände auf den Rücken nehmen, die rechte Hand umfasst dabei das linke Handgelenk.
    2. Balance ist alles
      BalanceEine weitere Grundlage des Inlineskatings ist die Balance. Wer also sicher auf einem Bein stehen kann, der ist klar im Vorteil. Der stabile Stand auf einem Bein kann zunächst mit normalen Straßenschuhen geübt werden, später auf Inlineskates. Sollten Sie an dieser Stelle bereits Unsicherheit verspüren, weil Ihre Skates nicht richtig sitzen, so gilt es, die Passformprobleme rasch zu beseitigen. Ziel ist es, möglichst lange auf einem Bein zu rollen. Am Anfang werden Sie vielleicht noch nicht so weit kommen, aber mit ein bisschen Übung können Sie die Streckenlänge auf einem Skate immer weiter ausbauen.
    3. Gewichtsverlagerung
      GewichtsverlagerungWem es gelingt, von einem Bein auf das andere zu fallen, der ist auf dem richtigen Weg (Achtung: zuerst Hüfte rausschieben.) Denn schnell werden Sie merken, dass allein durch das seitliche Fallen der Vortrieb generiert wird. Stellen Sie sich zwei Gleise auf der Straße vor, ein linkes und ein rechtes. Die Gleise laufen parallel zueinander, genau wie bei der Eisenbahn. Nun rollen Sie einfach mit dem linken Skate auf dem linken Gleis geradeaus, so lange, wie Sie auf einem Bein stehen können. Unser Tipp: Anfangs mag es nicht ganz so leicht sein, doch ziehen Sie einfach die Ferse des freien Fußes nach hinten oben, berühren die Knie und Sie werden feststellen, dass es schon viel lockerer geht. Dann lassen Sie sich auf das rechte Gleis fallen und kommen mit dem rechten Fuß auf. Nun gilt es, auf dem rechten Fuß zu stehen und geradeaus zu rollen.
    4. Seitlicher Abdruck über alle Rollen
      seitlicher AbdruckDer Abdruck ist mit Abstand das wichtigste Bewegungsmerkmal für eine schnelle Fortbewegung auf Inlineskates. Der Abdruck erfolgt parallel zur Seite, der Skate bleibt dabei mit all seinen Rollen möglichste lang auf dem Boden. Das ganze Körpergewicht befindet sich zu Beginn des Abdrucks auf diesem Bein. Der Körperschwerpunkt wandert hierbei vom Abdruckbein auf das Gleitbein, welches sofort im Anschluss auf dem Boden aufgesetzt wird. Wichtig ist, das Gleitbein möglichst spät auf den Boden aufzusetzen, um viel Energie mit Hilfe des Körpergewichts in den Abdruck fließen zu lassen und die Zeit des beidbeinigen Bodenkontaktes kurz zu halten. Der Abdruck ist auf der rechten und linken Seite erst mit der vollständigen Streckung im Kniegelenk beendet. Eine minimale Außenrotation in der Hüfte lässt sich dabei nicht vermeiden.
      Unser Tipp: Versuchen Sie bewusst, den Abdruck verstärkt über die Ferse auszuführen. Hier entwickeln Sie die meiste Kraft, die vom Körper über das Bein in den Fuß geleitet wird. Außerdem trägt dies dazu bei, dass der Skate während des Abdrucks parallel in Fahrtrichtung ausgerichtet bleibt und ein Aufheben der Achsenparallelität in der Hüftachse weitgehend verhindert wird.
  • Effektives Bremsen

    Wer schnell skaten will, der muss vor allem eins können: das Bremsen. Immer wieder hört man von Anfängern, dass das Rollen selbst kein Problem darstellt, wenn da nicht auch das Bremsen wäre. Hier zeigen wir Ihnen die wichtigsten Bremstechniken für Anfänger. Richtig und sicher bremsen können Sie neben dem Verein auch in einer Inlineskating-Schule lernen. Entsprechende Schulen finden Sie zum Beispiel hier.

    Bremsen mit StopperBremsen mit dem Stopper

    Diese Variante, auch Fersenbremsen genannt, ist vor allem Anfängern zu empfehlen. So geht‘s: Vorwärts Gleiten auf beiden Skates, dann das Gewicht auf den Skate ohne Bremsstopper verlagern und dabei leicht in die Hocke gehen. Den Skate mit dem Bremsstopper leicht nach vorn rollen und über die letzte Rolle nach hinten auf den Bremsstopper abkippen. Nun kann das Gewicht von dem Gleitbein auf das Bremsbein verlagert werden, um die Bremswirkung zu erhöhen. Um eine effektive Wirkung zu erzielen, ist hierfür das Einbeingleiten von Vorteil, d.h. das Geradeausgleiten auf einem Skate! Häufiges Üben des Ablaufs garantiert auch den Erfolg in unvorhergesehenen Situationen.

     

    T-BremseT-Bremse

    Die T- Bremse ist die zunächst schwierigere Variante, hilft jedoch auch bei höheren Geschwindigkeiten, das Tempo zu regulieren. Grundvoraussetzung ist hier das sichere Gleiten auf einem Bein. So geht‘s: Mit dem Gleitbein leicht in die Hocke gehen, das Körpergewicht absenken und den nach hinten gestreckten Skate quer zur Fahrtrichtung auf die Straße aufsetzen. Achtung: Beim Berühren dreht sich gern der Oberkörper zur Seite. Einfach die Bauchmuskulatur anspannen, um dem Widerstand entgegen zu wirken.

     

     

    Die SchneepflugbremseDie Schneepflugbremse

    Die Schneepflugbremse findet nur selten Verwendung, sie wird in erster Linie von den Profis angewandt.
    So geht‘s: Gleiten auf der Geraden, dabei beide Skates leicht nach außen gleiten lassen (wie beim Spagat). Der Druck wird auf die Ferse (letzte Rolle) verlagert, sodass die Skates wie bei einem Schneepflug nach außen gedrückt werden. Je tiefer der Körper geht, desto effektiver ist die Bremswirkung. Achtung: Nicht bei zu hohen Geschwindigkeiten ausprobieren!

  • Verstecken erlaubt – Windschattenfahren ist schlau

    Schoner, Schummler oder Arbeitsverweigerer – was im Radsport gang und gebe ist, wird bei den Inlineskatern oftmals argwöhnisch begutachtet. Gemeint ist das Skaten in der Gruppe im Windschatten des Vordermanns. Zu Unrecht, wie wir finden! Eine einfache Rechnung beweist: Wer mit Köpfchen unterwegs ist, der kann auch ohne viel Training persönliche Bestzeiten erreichen. Wie Sie den größeren Spaß am Inlineskaten haben – ob auf freier Fahrbahn für sich allein oder im engen Kontakt zum Vordermann in der Gruppe – das müssen Sie selbst entscheiden. In jedem Fall lohnt es sich, beides auszuprobieren.

    Luftwiderstand wächst mit der Geschwindigkeit

    Der Luftwiderstand des Körpers bildet den größten Teil des Gesamtwiderstands, den es als Skater zu überwinden gilt. Und der ist abhängig von der Widerstandsfläche und der Geschwindigkeit, mit der Sie unterwegs sind. Mit zunehmender Geschwindigkeit wächst der Luftwiderstand sogar im Quadrat an. Das heißt, bei Verdoppelung der Geschwindigkeit vervierfacht sich der Luftwiderstand. Beim Windschattenfahren wird der vorausfahrende Skater als „Windbrecher“ genutzt, in dessen Schatten der Luftwiderstand und damit – bei gleicher Geschwindigkeit – auch der zu seiner Überwindung notwendige Anteil der Leistung bis zu 30 Prozent geringer ist.
    Für einen Wettkampf mit hohen Geschwindigkeiten lautet also die Devise: Luftwiderstand durch Verstecken reduzieren. Das effektive Windschattenfahren erfordert allerdings ein wenig Mut und so viel Sicherheit und Flexibilität im Fahrstil, dass Sie in der Lage sind den Rhythmus eines voranfahrenden Skaters aufnehmen zu können.

    Windschatten10 Tipps für effektives Windschattenfahren


    1. Die richtige Gruppe
      Man sollte möglichst nicht der Beste in der Gruppe sein, denn sonst fährt man selbst ständig vorn und schleppt die anderen nur mit. Beste Taktik, die richtige Gruppe zu finden: Vollgas losfahren und sich dann die beste Gruppe schnappen – oder schon vorher mit anderen verabreden.
    2. Kraft einteilen
      Herzfrequenz (Hf) im Blick halten. Bei Führung der Gruppe sollte die Hf 90-95% der maximalen Herzfrequenz (Hfmax) und im Windschatten ca. 80-90% der Hfmax nicht überschreiten.
    3. Abstand gering halten
      Optimal ausnutzen lässt sich der Windschatten des Vordermanns, wenn man höchstens 70-80 cm dahinter ist. Dazu Rhythmus bzw. Schritt vom Vordermann aufnehmen.
    4. Geschwindigkeitsregulierung
      Oberkörper aufrichten und Bremswirkung ausnutzen oder am Vordermann per Hand am Rücken bremsen. Wenn von hinten zu stark gedrückt wird, besser aus der Gruppe herausgehen und Schwung nach vorne ausnutzen, als den Druck nach vorn weiterzugeben.
    5. Ein- und Ausstieg aus Gruppe
      Augenkontakt aufnehmen, Zeichen geben, Lücken suchen, und andere vorlassen, denn dann ist man selbst nicht gleich wieder vorn. Kommunikation ist hier wichtig.
    6. Tempogestaltung
      Sollte in der Gruppe Einigkeit besten, ist ein gleichmäßiges Tempo Trumpf, es sollte sich auch nicht erhöhen, wenn man an die erste Position kommt. Besteht keine Einigkeit, dann können Tempospitzen die Gruppe in Schwung halten bzw. bringen.
    7. Führungswechsel
      Am effektivsten ist die Gruppenarbeit, wenn die Führung bei konstantem Tempo möglichst häufig wechselt.
    8. Und wenn die Gruppe abreißt?
      Mit reduziertem Einsatz weiterskaten und auf die nächste Gruppe warten. Die Kraft braucht man, um sich schnell und sicher in eine neue Gruppe zu integrieren.
    9. Vorsicht bei Bergabfahrten
      Bergauf kämpft – je nach Steigung – meist jeder für sich. Bergab unbedingt am Vordermann bleiben, hier geht’s in der Gruppe wesentlich schneller, und die ist sonst weg.
    10. Die beste Position im Finale
      Wer nicht mindestens unter den ersten fünf in der Gruppe ist, hat auf der Zielgeraden keine Chance. Die besten Positionen sind an zwei und drei.
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