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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Auf dem Berliner High-Speed-Kurs müsste noch eine Minute drin sein

Die glänzenden Marathon-Zeiten im April sind in den Augen vieler Experten

keine Überraschung. Mit einigen Jahren Verspätung hat die Serie der

Weltrekorde und Spitzenzeiten auf den Bahn-Langstrecken den Marathon erreicht.

Dass das so kommen würde, hatten viele vorhergesagt. Ein bezeichnender

Zufall dieser Entwicklung ist, dass die letzten beiden Langstrecken-Weltrekorde

auf der Bahn über 5.000 und 10.000 m 1998 gelaufen worden sind. Im selben

Jahr brach Ende September beim BERLIN-MARATHON der Brasilianer Ronaldo da Costa

überraschend die Marathon-Weltbestzeit. Er steigerte die zehn Jahre alte

Bestzeit des Äthiopiers Belayneh Dinsamo von 2:06:50 Stunden auf 2:06:05.

Es war damals eine Sensation, es war der erste Marathon mit einem

Kilometerschnitt von unter 3:00 Minuten. Seitdem gab es fast schon serienweise

Zeiten unter 2:07 Stunden, da Costas Weltbestzeit wurde inzwischen dreimal

unterboten.

Und es ist damit zu rechnen, dass Athleten wie Haile Gebrselassie, der seit

1998 die beiden Bahn-Weltrekorde hält, Paul Tergat (Kenia), der weltbeste

Halbmarathonläufer, oder auch Khalid Khannouchi (USA), der nun in London

seine Marathon-Weltbestzeit um vier Sekunden auf 2:05:38 Stunden steigerte, die

Zeiten noch weiter voran treiben werden. Unter 2:05 Stunden sind möglich

– da sind sich die Langstreckenspezialisten und Manager Jos Hermens

(Gebrselassie) und Dr. Gabriele Rosa (Tergat) einig.

Alleine schon aufgrund des nicht einfachen Londoner Streckenprofils mit

etlichen Ecken und vielen kleinen Höhenunterschieden müsste auf den

bekannten High-Speed-Kursen von Berlin, Chicago oder Rotterdam bei idealen

Bedingungen noch eine Minute drin sein. Die Perspektiven für den real,-

BERLIN-MARATHON sind glänzend – nicht zuletzt deshalb, weil es eine

recht große Anzahl von Eliteathleten gibt, die in der Lage sind absolute

Spitzenzeiten zu laufen.

Bei den Frauen ist die Entwicklung im Prinzip ähnlich wie bei den

Männern. Auch hier ist die Breite in der Spitze im Marathon – mit

etwas Verspätung, verglichen mit den Männern - zuletzt deutlich

stärker geworden. Auf den Bahn-Langstrecken ging in den 90er Jahren keine

Rekordflut voraus, was teilweise auch an den mitunter mysteriösen

Leistungen der Chinesinnen lag. Über 3000 m und 10.000 m sind die

Bestzeiten nach wie vor außer Reichweite. Im Marathon brach die

Kenianerin Tegla Loroupe 1998 mit 2:20:47 Stunden die 14 Jahre alte

Weltbestzeit der Norwegerin Ingrid Kristiansen. 1999 verbesserte sie diese

Marke beim BERLIN-MARATHON um vier Sekunden. Doch erst seit dem Olympiajahr

2000 gibt es eine stärkere Konkurrenz im Bereich von Zeiten unter 2:23

Stunden. Was im vergangenen Jahr mit den ersten beiden Zeiten unter 2:20

Stunden binnen acht Tagen begann, setzt sich jetzt fort: Wenn einmal eine

Schallmauer durchbrochen ist, kann durchaus ein großer qualitativer

Sprung folgen. Die erste Läuferin, die unter 2:20 Stunden lief war Naoko

Takahashi. Die Japanerin rannte beim real,- BERLIN-MARATHON 2:19:46

Stunden.

Für die interessanteste Entwicklung haben in diesem

Marathon-Frühling die Frauen gesorgt. Nie zuvor gab es in einem derartigen

Leistungsbereich eine so große Dichte. Je eine Läuferin blieb unter

2:19, 2:21 und 2:22 Stunden. Drei weitere Athletinnen rannten unter 2:23,

weitere vier unter 2:24 Stunden. Es ist noch nicht so lange her, dass es Jahre

gab, in denen keine einzige derartige Zeit gelaufen wurde. Mit Ergebnissen von

2:25 Stunden zählt man nicht mehr zur Weltspitze. Und so liegt die

Hamburg-Siegerin Sonja Oberem trotz ihrer 2:26:21 Stunden nur auf dem 18. Rang

der Jahresweltbestenliste. In Europa ist sie damit immerhin noch Nummer

fünf, so dass bei der EM in München eine vordere Platzierung

möglich sein kann.

Dass dieser Marathon-Frühling so außergewöhnlich war, lag in

erster Linie an einem einzigen Rennen: dem London-Marathon. Vier

Läuferinnen blieben unter 2:23 Stunden, Susan Chepkemei (Kenia) wurde

trotz 2:23:19 nur Fünfte. Paula Radcliffe verpasste als Debütantin

die Weltbestzeit von Catherine Ndereba (Kenia/2:18:47) lediglich um neun

Sekunden und nur deshalb, weil sie zwischenzeitlich nicht wusste, dass sie so

dicht an der Bestzeit war. Die Uhr auf dem Führungsfahrzeug war

ausgefallen. Die Britin, der schon vor dem London-Marathon ein Angebot für

den New-York-Marathon Anfang November vorgelegen hatte, wird sich nun

zunächst wieder auf die Bahn konzentrieren. Bei den Commonwealth Games

möchte sie über 5000 m laufen, bei der EM in München eine Woche

später ist ein Doppelstart über 10.000 m und 5.000 m denkbar. Auch

bei den Männern war London einmalig: Neben Khannouchi blieb auch Paul

Tergat (Kenia/2:05:48) unter 2:06 Stunden, je zwei weitere Läufer rannten

unter 2:07 beziehungsweise unter 2:08 Stunden.

Für die Londoner haben sich die Rekord-Investitionen in diesem Jahr

wahrlich gelohnt. Die Veranstaltung hat einen Gesamtetat von rund 8,5 Millionen

Euro. Davon hat der frühere Weltklasseläufer David Bedford knapp 3,5

Millionen zur Verfügung. Diese Summe, die den Gesamtetat des

größten deutschen Marathons in Berlin noch um eine halbe Million

übertrifft, gibt der Athletenmanager alleine für den Bereich der

Topläufer aus. Und auch nach dem Rennen mussten die Engländer

gewaltig zahlen: An Prämien waren insgesamt 1.050.750 Dollar fällig.

Auch das ist ein Weltrekord. „Aber dieses Rennen war jeden Penny

wert“, sagte David Bedford.

Unter der Londoner Dominanz scheinen die Konkurrenten ein wenig zu leiden,

zumindest was das Männerfeld angeht. Rotterdam und Boston, in den 90er

Jahren viel eher als London für spitzensportliche Schlagzeilen gut,

bleiben angesichts dieser Konkurrenz fast ein wenig blass. Gut entwickelt hat

sich der Paris-Marathon, während in Hamburg das spitzensportliche

Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist. Die Streckenrekorde vergangener

Jahre (2:07:46/2:24:35) zeigen, dass auf diesem Kurs mehr möglich ist.

Was schnelle Zeiten angeht, werden im Herbst wieder zwei Rennen besonders im

Blickpunkt stehen: Der 25. Chicago-Marathon am 13. Oktober, bei dem bis zu

37.500 Meldungen entgegen genommen werden, und natürlich der real,-

BERLIN-MARATHON. Wer in Berlin am 29. September laufen möchte, sollte sich

bald anmelden. Denn von den 33.000 Läufer-Startplätzen sind über

die Hälfte schon vergeben.

 

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