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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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„Berlin macht das Rennen“

Die bedeutendste Entscheidung am Wochenende der Deutschen Meisterschaften

findet nicht in der Sindelfinger Leichtathletik-Halle statt. Im sogenannten

Glaspalast werden morgen und übermorgen zwar 29 Titel vergeben, doch heute

Abend wird das Präsidium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) eine

andere Entscheidung veröffentlichen: Benannt wird jene Stadt, mit der sich

der DLV um die Ausrichtung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2005 bewerben

wird. Zur Wahl stehen Stuttgart, München und Berlin.

Vor einer Woche hatten die Vertreter der drei Städte beim DLV eine

detaillierte Bewerbung eingereicht. Der Generalsekretär des DLV, Frank

Hensel, traf sich nun am Mittwoch nach einer ersten Auswertung der Unterlagen

mit DLV-Präsident Clemens Prokop und dem Vertreter der

DLV-Landesverbände, dem Thüringer Ralf Hafermann. In dieser Runde

könnte theoretisch eine Vorentscheidung bereits gefallen sein. Denn die

Auswertung dieses Trios sollen heute die Präsidiumsmitglieder des DLV vor

ihrer Abstimmung in Sindelfingen erhalten. Wenn das elfköpfige

Präsidium abgestimmt hat, ist die endgültige Entscheidung aber noch

immer nicht gefallen. Denn anschließend könnte der Verbandsrat, der

sich aus den 20 Präsidenten der einzelnen Landesverbände

zusammensetzt, theoretisch der Empfehlung des DLV-Präsidiums nicht folgen.

In dieser Sitzung wird, gemeinsam mit dem Präsidium, nochmals abgestimmt.

31 Stimmen werden dann gezählt. Um 18.30 Uhr endet diese Sitzung in

Sindelfingen, und dann möchte DLV-Präsident Clemens Prokop vor die

Presse treten und das Ergebnis bekannt geben.

Auch wenn die DLV-Zentrale in Darmstadt in den letzten Tagen keinerlei

Zwischenergebnisse der Auswertungen bekannt gab, spricht manches dafür,

dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen gibt. Zu ausgeglichen soll die Qualität

der Bewerbungsunterlagen der drei Städte sein. Ein starkes Gewicht

müsste dann, und nicht nur in diesem Fall, der Frage zukommen, mit welcher

Stadt der DLV bei der internationalen Abstimmung des internationalen

Leichtathletik-Verbandes (IAAF) am 14. April gegen fünf andere Bewerber

die besten Chancen hat. Hier liegt nach allen bisherigen Erkenntnissen Berlin

deutlich vorne. Dies bestätigte auch eine Befragung einiger

internationaler Fachjournalisten. „Die IAAF favorisiert Metropolen. So

gesehen ist Berlin klarer Favorit. München hätte als frühere

Olympiastadt eine gewisse Attraktivität. Aber Stuttgart ist, denke ich,

nicht so interessant für die IAAF; da dort bereits 1993 eine WM

stattgefunden hat“, sagt Pat Butcher, Leichtathletik-Korrespondent der

Sunday Times in London. Auch Andy Edwards, der unter anderem für BBC

Worldservice arbeitet, und sein englischer Kollege Hugh Jones sind einheitlich

dieser Meinung: „Berlin hätte die besten Chancen der drei deutschen

Städte – mit großem Vorsprung.“

Keiner nennt München oder Stuttgart an erster Stelle, auch nicht der

verantwortliche Redakteur der deutschen Fachzeitschrift

„Leichtathletik“, Joel Kruse. „International gesehen hat

natürlich Berlin die besten Chancen. Die Stadt ist eine Metropole und

bekommt ein High-Tech-Stadion. Als Ost-West verbindender Schmelztiegel ist die

Stadt prädestiniert für die WM – das ist, wie ich aus

zuverlässiger Quelle weiß, auch die Meinung eines ranghohen

DLV-Funktionärs“, sagt der Kölner Joel Kruse der glaubt:

„Berlin macht das Rennen – und das ist gut so.“ Auch bei den

deutschen Athleten ist die Hauptstadt offenbar der Favorit.

„Leichtathletik“ befragte kürzlich sechs deutsche Topathleten,

von denen sich vier für Berlin aussprachen. Einer enthielt sich, einer

stimmte für Stuttgart.

Für Berlin geht es also heute um einen entscheidenden Schritt zu den

Weltmeisterschaften 2005, für eine Hand voll Berliner am Sonnabend und

Sonntag zunächst um ein viel näheres Ziel: die Qualifikation für

die Hallen-Europameisterschaften Anfang März in Wien. 400-m-Läuferin

Claudia Marx, Weitspringer Kofi Amoah Prah, Dreispringer Thomas Moede (alle LG

Nike), Hürdensprinter Florian Schwarthoff (OSC) und Kugelstoßer

Detlef Bock (SCC) haben Chancen, bei der Hallen-EM dabei zu sein.

 

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