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Chris Brasher - der Vater des London-Marathons ist tot

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BERLIN-MARATHON trauert um einen Freund und Partner: Chris Brasher, der Vater

des London-Marathons und Präsident des London Marathon Limited, ist am 27.

Februar im Alter von 74 Jahren nach einer schweren Krankheit verstorben. Der

Engländer war der entscheidende Initiator des ersten London Marathons

1981. Die Veranstaltung verdankt ihm, aufgrund seiner unermüdlichen

Energie und seines Enthusiasmus, die enorm erfolgreiche Entwicklung. Chris

Brashers London-Maraton war über Jahre hinweg ein großes Vorbild

auch für den BERLIN-MARATHON. Chris Brasher trug mit dem London-Marathon

dazu bei, dass Tausende Menschen zum Laufsport fanden und der Sport

populär wurde.

Nach einer Reise zum New-York-Marathon 1979 entschied Chris Brasher, dass

auch London einen großen Stadt-Marathon veranstalten sollte. Beeindruckt

hatte Chris Brasher von seinem eigenen Marathonlauf durch New York berichtet:

"Um diese Geschichte zu glauben, muss man daran glauben, dass die

Menschheit eine fröhliche Familie ist, die zusammen arbeitet, zusammen

lacht und zusammen das unmögliche schafft. In einer der problematischsten

Städte der Welt haben am vergangenen Sonntag 11.532 Männer und Frauen

aus 40 Nationen, unterstützt von über einer Million schwarzer,

weißer und gelber Menschen, beim größten Festival der Welt

zusammen gelacht, gefeiert und gelitten."

Chris Brasher fragte sich, ob London auch ein derartiges Festival

organisieren könnte. Nachdem er im nächsten Jahr zum Boston-Marathon

sowie erneut nach New York gereist war, um die Organisation dieser Rennen

genauer kennen zu lernen, stellte er den ersten London-Marathon auf die Beine.

Diese erste Veranstaltung in London 1981 trug zum Marathon-Boom bei, indem sie

dem Mann auf der Straße den Glauben gab, dass auch er das Gefühl der

Leistung erfahren kann, die die Bewältigung einer solchen klassischen

Distanz mit sich bringt. Über viele Jahre hinweg war Chris Brasher

Cheforganisator des London-Marathons.

"Chris war einer dieser raren Individualisten, die etwas bewegen

können," sagte der Chairman des London-Marathons Jim Clarke.

"Ohne ihn wäre das Rennen nicht hochgekommen. Es ist auch wichtig,

sich daran zu erinnern, dass die Hunderte von Millionen Pfund, die durch den

Marathon für wohltätige Zwecke gesammelt wurden, direkt ihm zu

verdanken sind. Er wird von uns allen beim Marathon sehr vermisst werden,"

sagte Clarke.

Chris Brasher war ein Multitalent, das nach einer erfolgreichen Karriere als

Spitzenathlet für das Fernsehen und die schreibende Presse arbeitete. 1954

war er einer von zwei Pacemakern, die Roger Bannister zu einem der

legendärsten Weltrekorde führten. Als erster Mensch lief Bannister

damals die Meile unter vier Minuten. Zwei Jahre später erklomm Chris

Brasher selbst den Olymp: Im 3000-m-Hindernislauf holte der Engländer 1956

in Melbourne olympisches Gold. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern

von AIMS 1982 in London (Association of International Marathon and Road Races)

und war auch zeitweilig Präsident.

 

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