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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Der doppelte Rekord

Vor zehn Jahren zählte der AVON RUNNING Berliner Frauenlauf des SCC nicht

einmal 1000 Teilnehmerinnen. Nun waren es bei der 18. Auflage des mit Abstand

größten deutschen Rennens dieser Art im Tiergarten schon 6083

Läuferinnen, die entweder über 10 km, 5 km oder beim Girlie-Lauf

über 800 m an den Start gingen. Das bedeutete eine rund 20-prozentige

Steigerung verglichen zum Vorjahr, als 5093 Starterinnen gezählt wurden.

Es waren beeindruckende Bilder eines Massenlaufes im Tiergarten – und es

war eine ebenso beeindruckende Stimmung. „Wir sind in einem Umbruch, hier

entsteht ein neue Bewegung“, sagte Organisationschef Horst Milde und

erklärte: „Viele Frauen fühlen sich bei einem reinen Frauenlauf

wohler als bei gemischten Rennen – das ist ein anderes Ambiente.“

Und die Siegerin dieses großen Laufevents durch den Tiergarten sorgte

für einen weiteren Rekord. Denn Restituta Joseph (Tansania) erreichte das

Ziel im 10-km-Rennen nach 32:14 Minuten – eine Zeit, die auch

internationalen Maßstäben gerecht wird. Wie gut dieser neue

Streckenrekord ist, zeigt sich auch im Vergleich zur 10-km-City-Nacht auf dem

Kurfürstendamm. Obwohl bei diesem Rennen der Spitzensport viel

stärker im Blickpunkt steht, ist der Kursrekord nun langsamer als beim

AVON RUNNING Berliner Frauenlauf im Tiergarten. Erst vor knapp drei Wochen

hatte Restituta Joseph in Berlin den zweiten Platz belegt. Bei den 25 km von

Berlin behinderten sie in der Schlussphase des Rennens Muskelprobleme. Dieses

Mal gab es keine Behinderungen, und die Läuferin der LG Nike Berlin zeigte

ein glänzendes Rennen. Auf dem zweimal zu durchlaufenden Rundkurs lag sie

schon frühzeitig in Führung und hatte nach der ersten Runde bereits

einen deutlichen Vorsprung auf Kathrin Weßel (SCC Berlin), die wiederum

deutlich vor Claudia Dreher (TV Friesen Naumburg) lag. Mit Restituta Joseph

gewann die Favoritin im Tiergarten. Die Läuferin, die zur Gruppe von

Volker Wagner in Detmold zählt und eine Trainingspartnerin von

Marathon-Weltrekordlerin Tegla Loroupe (Kenia) ist, hatte im vergangenen Jahr

eine der besten Halbmarathonzeiten weltweit erzielt. In Malmö gewann sie

in 67:55 Minuten. Das Interesse am AVON RUNNING wird von Jahr zu Jahr

größer – und auch international erfahrene und erfolgreiche

Athletinnen laufen gerne einmal unter sich. „Das ist genau der richtige

Rahmen für mein Comeback“, hatte Claudia Dreher gesagt. Die

30-Jährige hatte krankheitsbedingt kurzfristig auf den Olympiamarathon von

Sydney sowie den Hamburg-Marathon vor rund einem Monat verzichten müssen.

Im Oktober war sie zwar beim Frankfurt-Marathon Dritte gewesen, hatte jedoch in

2:31:56 Stunden ihr tatsächliches Potenzial nicht zeigen können.

Claudia Dreher, die 1999 bei der WM Platz neun im Marathon belegte, startete

zum ersten Mal in diesem Jahr – und zum ersten Mal bei einem Frauenlauf.

„Ich freue mich auf diesen Lauf, gerade weil es ein reines Frauenrennen

ist. Es ist gut, dass das Fitnessbewusstsein von Frauen jetzt auch in

Deutschland immer stärker wird“, hatte Claudia Dreher gesagt, die

schließlich in 34:09 Minuten Dritte wurde.

Vor einem Jahr hatte Kathrin Weßel ebenfalls den Frauenlauf zu einem

Comeback nach einer Babypause genutzt – und gewonnen. Dieses Mal wurde

die 33-jährige Läuferin Zweite in 33:04 Minuten. Das zeigt aber auch

die höhere Qualität des diesjährigen Rennens. Denn 2000 reichte

der Berlinerin eine um zwei Minuten langsamere Zeit zum Sieg. „Mit der

Leistungsentwicklung sollte ich noch nicht ganz zufrieden sein, die Entwicklung

muss noch weitergehen“, sagte Kathrin Weßel, die begeistert war von

der Atmosphäre im Tiergarten: „Dieser Lauf war super. Alle

Läuferinnen, die ich in der zweiten Runde überrundet habe, haben

geklatscht. Es ist einfach Wahnsinn, wie sich die ganze Laufszene in

Deutschland entwickelt hat.“

Ein Jahr nach ihrem ersten Lauf nach einer Babypause hat sich Kathrin

Weßel, die schon 1987 bei der WM in Rom eine Bronzemedaille über

10.000 m gewonnen hatte, wieder in die deutsche Spitze vorgearbeitet. Beim

Hamburg-Marathon wurde sie Dritte und blieb mit 2:29:43 zum ersten Mal unter

2:30 Stunden. Kurzfristig hat sie deswegen ihre ursprünglichen Pläne

geändert und wird nun bei den Weltmeisterschaften im August in Edmonton

Marathon laufen und nicht beim real,- BERLIN-MARATHON am 30. September.

„Ich habe in Hamburg die Norm geschafft. Und der Bundestrainer hat mir

inzwischen gesagt, dass ich vornominiert bin“, erklärte Kathrin

Weßel, die damit die erste Berlinerin ist, die für die WM

qualifiziert ist. Ihre Tochter Nele ist inzwischen eineinhalb. Die Betreuung

haben die Eltern auch ohne Hilfe der Großeltern organisiert. „Ins

Trainingslager fahre ich jetzt eben alleine“, nennt Kathrin Weßel

ein Beispiel. In dieser Zeit betreut ihr Mann und Trainer André die

Tochter. So ist die Athletin eine Art Idealbeispiel für den Berliner

Frauenlauf: Familie und Laufsport schließen sich nicht aus - genau das

versuchen die Veranstalter mit zunehmendem Erfolg zu vermitteln.

 

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