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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Die 3000-m-Finals bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften

Irina Mikitenko hat sich bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften der

Leichtathleten in Leipzig eindrucksvoll zurückgemeldet. In ihrem ersten

und einzigen 3000-m-Lauf dieser Hallensaison gewann die Läuferin der LG

Eintracht Frankfurt in 8:52,78 Minuten den Titel und hätte um ein Haar

auch noch die deutsche Jahresbestzeit von Sabrina Mockenhaupt (8:52,43 Minuten)

unterboten. Die Athletin der LG Sieg wurde Zweite in 8:54,13 Minuten.

Nach 1000 Metern hatte die später mit deutlichem Rückstand

drittplatzierte Melanie Schulz (LC Creaton Erfurt) da Feld noch angeführt

vor Mikitenko und Mockenhaupt. In der Mitte des Rennens sorgte dann Irina

Mikitenko für Tempo. Nur noch Sabrina Mockenhaupt konnte mithalten. Und

sie übernahm dann sogar noch einmal die Spitze. Doch in der letzten Runde

war Irina Mikitenko nicht mehr zu halten und gewann souverän. "Ich

freue mich über den zweiten Platz. Wenn Irina mich schlägt, dann

macht mir das nichts - sie ist ja auch eine gute Läuferin",

erklärte Sabrina Mockenhaupt und fügte noch hinzu: "Wenn wir

unterwegs nicht das Tempo forciert hätten, dann hätte ich vielleicht

beim Schlussspurt Chancen gehabt."

"Ich habe von Anfang an gemerkt, dass es ganz gut geht. Ich hätte

noch schneller laufen können. Bisher habe ich noch kein

Schnelligkeitstraining absolviert, sondern nur etwas für die Kraft und die

Ausdauer getan", erzählte Irina Mikitenko. Nach ihrem fünften

Platz über 5000 m bei der WM in Edmonton 2001 hatte die inzwischen

30-Jährige weit über ein Jahr lang keine Wettkämpfe mehr

bestreiten können. Aufgrund ihrer Verletzung an der Patellasehne im Knie

hatte sie operiert werden müssen. "Von August 2001 bis Mai 2002

konnte ich überhaupt nicht laufen." Mit Radfahren und Aquajogging

hielt sie sich fit so gut es ging. Als sie dann wieder mit dem Laufen beginnen

konnte, musste sie fast bei null anfangen. "Ich bin in der ersten Woche

wechselnd zehn Minuten gelaufen und zehn Minuten gegangen, in der zweiten Woche

waren es dann schon zwanzig Minuten", erzählt Irina Mikitenko, die

sich in den Jahren zuvor als einzige deutsche Langstrecklerin in der Weltklasse

etablieren konnte. Dorthin möchte sie zurückkehren, und Irina

Mikitenko ist optimistisch. "Bis jetzt habe ich erst zweimal die Spikes

angezogen. Aber im Sommer möchte ich bei der WM in Paris die 5000 m

laufen."

Nur auf den ersten 200 Metern hätte man vielleicht vermuten

können, dass es hier doch noch ein Rennen um die Hallen-WM-Norm von

7:48,00 Minuten geben könnte. Da hatte sich Carsten Schütz (TV

Wattenscheid) an die Spitze des Feldes gesetzt und für Tempo gesorgt,

gefolgt vom schnellsten deutschen Läufer dieser Saison, seinem

Vereinskameraden Jan Fitschen. Doch schon nach einer weiteren Runde und einer

400-m-Zwischenzeit von gut 64 Sekunden war klar, dass es mit der Norm an diesem

Tag nichts werden würde. "Wir hatten nichts geplant in Richtung

Normjagd. Für mich ging es hier darum, sicher zu gewinnen - das hatte

Priorität bei der Meisterschaft", erklärte Jan Fitschen, der

seinen Titel in 7:55,76 Minuten schließlich auch souverän gewonnen

hatte. Das Fehlen von Dieter Baumann bedauerte der 25-jährige Sieger. Mit

ihm wäre es sicher interessanter geworden - und vielleicht wäre dann

sogar die Norm möglich gewesen", erklärte Jan Fitschen, der

hinzufügte: "Wenn ich im Laufe der Saison das entsprechende Rennen

bekommen hätte, dann wäre sicherlich auch von der Zeit her mehr drin

gewesen. In den letzten Runden habe ich hier in Leipzig gezeigt, was ich

kann." Mit 7:51,83 Minuten führt Jan Fitschen die deutsche

Jahresbestenliste an - und er hoffte noch auf eine Nominierung für die

Hallen-WM trotz verpasster Norm.

Verdient hätte Jan Fitschen diese Nominierung wohl wie kaum ein

anderer. Das hängt damit zusammen, was ihm vor zwei Jahren passierte.

Damals hatte sich der Wattenscheider sportlich qualifiziert für die

Hallen-WM in Lissabon, doch bei seinem vermeintlichen ersten

Karrierehöhepunkt blieb ihm dann nur ein Tribünenplatz. Die IAAF

hatte ihn gesperrt, weil er damals in Dortmund bei den Deutschen

Hallen-Meisterschaften gegen den gesperrten Dieter Baumann gelaufen war. Jan

Fitschen wurde zu einem bekannten Athleten, was jedoch nicht mit seiner

Leistungsentwicklung zusammenhing sondern mit dem Fall Baumann. "Es war

nicht die Art, die ich mir gewünscht hatte, um im Rampenlicht zu

stehen", erzählt der Physikstudent. "Lieber gewinne ich bei den

Deutschen Meisterschaften und habe dafür nur ein paar kleine Fotos in den

Medien."

Auch im vergangenen Jahr hatte Jan Fitschen kein Glück. Vor dem

5000-m-Vorlauf bei der EM musste er aufgrund einer Magen-Darm-Grippe passen.

Eine Krankheit hatte ihn zuvor auch in der Hallensaison gestoppt.

Einen Erfolg gab es überraschend für einen Berliner Läufer im

3000-m-Rennen von Leipzig. Christian Goy (SCC) belegte nach einem starken

Schlussspurt den dritten Rang in 7:59,68 Minuten. Er war direkt aus dem

Höhentraningslager in den USA zu den Titelkämpfen gefahren und gewann

eine von nur zwei Berliner Medaillen. Die andere sicherte sich die

400-m-Läuferin Claudia Marx (LG Nike), die hinter Grit Breuer (Magdeburg)

Zweite wurde.

 

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