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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Drei große Debüts bei zwei großen Marathonläufen:

Der London-Marathon am kommenden Sonntag wird einmal mehr der bestbesetzte Lauf

über die klassischen 42,195 km des Jahres sein. In London gibt es das

Marathon-Debüt schlechthin: Dort läuft Äthiopiens Superstar

Haile Gebrselassie zum ersten Mal die klassische Distanz. Es ist die letzte

Distanz die dem 28-Jährigen noch fehlt, der aber natürlich schon

jetzt zu den größten Langstreckenläufern der

Leichtathletik-Geschichte zählt. Noch ein anderes hochinteressantes

Debüt findet in London statt: Die Engländerin Paula Radcliffe, ebenso

wie Haile Gebrselassie Halbmarathon-Weltmeisterin, wird ebenfalls zum ersten

Mal einen Marathon rennen. Vor heimischem Publikum zählt sie ebenso wie

Haile Gebrselassie zu den großen Favoriten.

Und auch der dritte große Marathon-Debütant in diesem

Frühjahr dürfte ähnliche gute Chancen wie Gebrselassie und

Radcliffe auf einen Sieg haben, auch wenn er davon wohl eher nichts wissen

will: Dieter Baumann startet in Hamburg am 21. April bei seinem ersten

Marathon.

Dass der erste Marathon durchaus ein voller Erfolg auf Anhieb werden kann,

beweisen einige prominente Beispiele. Da ist eine Tegla Loroupe, die 1994 ihr

Debüt auf der anspruchsvollen New Yorker Strecke gewann. Zwei Jahre

später siegte beispielsweise Abel Antón beim BERLIN-MARATHON. Der

Spanier wurde danach zweimal in Folge Marathon-Weltmeister. 1997, ebenfalls

beim BERLIN-MARATHON, gewann die Irin Catherina McKiernan und lief dabei mit

2:23:44 Stunden das bis dahin schnellste Marathon-Debüt. Die

Weltklasseläuferin steigerte sich später noch auf 2:22:23 Stunden,

hatte aber in den letzten Jahren Verletzungspech. Und noch ein gutes Beispiel

für ein erfolgreiches Debüt sei genannt: Yoko Shibui verbesserte vor

einem Jahr als Siegerin in Osaka den „Debüt-Weltrekord“ von

Catherina McKiernan auf 2:23:11. Später wurde die 23-jährige

Japanerin, die in ihrer Heimat als große neue Marathon-Hoffnung gilt,

Vierte bei der WM. Kein Grund also für Gebrselassie, Radcliffe und Baumann

tief zu stapeln. Die drei haben eine vielversprechende Grundlage und

dürften sicherlich entsprechend umfangreich und zielgerichtet für ihr

Debüt trainiert haben.

Doch der Marathon-Monat April steht natürlich auch im Zeichen der

breitensportlichen Läufer. Zu keiner anderen Jahreszeit laufen derartig

viele Menschen die 42,195 km. Auch hier führt der London-Marathon die

Liste an. Nur in der britischen Metropole erreichten im vergangenen Jahr wie

schon im Jahr 2000 über 30.000 Läufer das Ziel. Beim zurzeit

größten Marathonrennen der Welt haben sich dieses Mal 70.000

Athleten um eine Startnummer beworben. Die begehrten Nummern werden bereits

rund ein halbes Jahr vor dem Rennen verlost - allerdings gilt dies nur für

dieses Mal 45.000 Nummern. Der Rest geht leer aus und kann es in diesem Herbst

für 2003 erneut versuchen. Dass von den 45.000 verlosten Nummern letztlich

nur etwa 32.000 im Ziel erwartet werden, hängt damit zusammen, dass im

Laufe der Monate etliche der Läufer aus verschiedenen Gründen

(Verletzungen, schlechtes Training etc.) wieder ausfallen.

Knapp 30.000 Meldungen verzeichnete der zweitgrößte

Frühjahrs-Marathon in Paris. Dort gab es am vergangenen Sonntag

Jahresweltbestzeiten durch den Franzosen Benoit Zwierzchlewski in 2:08:18

Stunden sowie Marleen Renders. Die Belgierin meldete sich mit hervorragenden

2:23:05 Stunden, einem belgischen Rekord, in der Weltspitze zurück.

Die Veranstalter des Boston-Marathons, die traditionell wieder die beiden

Vorjahressieger Bong-Ju Lee (Korea) und Catherine Ndereba (Kenia), die in

Chicago zuletzt die Weltbestzeit auf 2:18:47 steigerte, eingeladen haben, sehen

ihr Rennen eher als leistungssportlichere Veranstaltung. Aufgrund sehr

anspruchsvoller Qualifikationszeiten in allen Altersklassen hält sich die

Starterzahl dadurch automatisch in Grenzen, zudem gab es zuletzt bei 15.000

Startern ein Limit. Nur einmal gab es in Boston ein Ausnahme: Beim 100.

Boston-Marathon 1996 gab es keine Limits und einen Rekord, der heute noch

steht. Damals starteten 38.706 Läufer, von denen 35.868 das Ziel

erreichten.

Eine enorme Entwicklung hat der Hamburg-Marathon in den letzten Jahren

gemacht. Es ist erst vier Jahre her, da zählte der zweitgrößte

deutsche Marathon rund 10.000 Meldungen, seit dem vergangenen Jahr sind es mit

gut 18.000 Läufern und über 2000 Inline-Skatern rund doppelt so

viele. Ohne Teilnehmerlimit wären die Meldezahlen sogar noch deutlich

höher gewesen. „Das Limit von 18.000 Läufern war bereits Ende

Januar erreicht, wir hätten aber auch 24- bis 25.000 Teilnehmer haben

können. Inzwischen mussten wir einige tausend Läufer auf das

nächste Jahr vertrösten“, erzählt der Hamburg-Marathonchef

Wolfram Götz.

Im nächsten Jahr wird es allerdings voraussichtlich noch schwerer, in

Hamburg eine Startnummer zu ergattern, denn Wolfram Götz kündigt

Veränderungen an: „Wir werden ein neues Auswahlverfahren

einführen und tendieren dazu, das Limit in Richtung 15.000 Läufer

nach unten zu schrauben.“ Genaueres ist aber noch nicht entschieden.

Offenbar sind die Hamburger jetzt an ihrem absoluten Limit und fürchten

möglicherweise bei zu großen Feldern um die Qualität der

Veranstaltung.

„Ich habe keine Erklärung dafür“, antwortet Wolfram

Götz auf die Frage nach den Gründen des Lauf-Booms. „Vielleicht

liegt es daran, dass das Laufen ein einfach zu betreibender Sport ist –

man kann es zu jeder Zeit überall machen.“ Dass die mit dem

Rekordetat von 1,8 Millionen Euro ausgestattete Veranstaltung wieder nicht live

im Fernsehen sondern nur eine Stunde nachmittags ab 15 Uhr im NDR gezeigt wird,

ist für Wolfram Götz nicht unbedingt ein Nachteil. „Die

Nachmittagssendung hat zuletzt sehr gute Quoten gehabt. Und ich fürchte,

dass uns die Zuschauer bei einer Live-Übertragung an der Strecke

fehlen.“ Und mit Dieter Baumann gibt es ja in diesem Jahr einen

außergewöhnlichen Höhepunkt zu sehen. Der 5000-m-Olympiasieger

von 1992 könnte lachender Dritter sein, während es zwischen den

Kenianern Joseph Ngolepus und William Cheruiyot um eine kleine Revanche geht:

Im vergangenen September gewann Ngolepus nämlich vor Cheruiyot den real,-

BERLIN-MARATHON. Völlig außer Reichweite sollten diese beiden

für Dieter Baumann eigentlich nicht sein.

Bei den Frauen darf man dagegen schon fast von einem deutschen Sieg

ausgehen, was in Hamburg eine gewisse Tradition hat. Dabei gibt es ein

interessantes Duell, denn Vorjahressiegerin Sonja Oberem trifft auf die

Frankfurt-Marathon-Siegerin Luminita Zaituc. Und im Rennen ist auch die real,-

BERLIN-MARATHON-Dritte Kathrin Weßel vom SCC Berlin. „Ich

hätte auch gerne starke deutsche Läufer im Bereich von 2:10

Stunden“, sagt Wolfram Götz und fügt hinzu: „Aber es gibt

ja keinen.“ Doch vielleicht ändert sich das ja bald.

Der Lauf, der den vermeintlich übermächtigen Konkurrenten aus

London und Boston in den letzten Jahren häufiger die Show gestohlen hat,

ist der Rotterdam-Marathon. Auf den ersten Blick sieht die Starterliste des

Laufes am 21. April nicht nach einem großen Knaller aus. Doch die

schnelle Strecke und eine perfekte Koordination der Tempomacher haben auch im

vergangenen Jahr die Jahresweltbestzeit durch Josephat Kiprono (Kenia/2:06:50)

produziert. „Die erste Hälfte wird etwa in 63:30 Minuten gelaufen.

Da sich die zweite Hälfte von der Strecke her etwas einfacher läuft,

hoffen wir auf eine Zeit im Bereich zwischen 2:06:30 und 2:07:00“, sagt

Edgar de Veer, der in Rotterdam für die Topathleten zuständig

ist.

Während der Jahresweltbeste von 2001, Josephat Kiprono, am 14. April

beim Jeong-Ju-Marathon in Südkorea ebenso an den Start geht wie

Vorjahressieger Samson Kandie (Kenia), muss die Olympiasiegerin passen. Naoko

Takahashi (Japan), die in Berlin als erste unter 2:20 gelaufen war, laboriert

noch an einer Knöchelverletzung.

An Klasse nicht zu überbieten ist der London-Marathon. Nie zuvor gab es

bei einem City-Marathon bei den Männern ein derartiges Starterfeld. Der

Start des Olympiasiegers Gezahegne Abera (Äthiopien) ist zwar aufgrund

eines Verletzungsproblems eher unwahrscheinlich. Doch im Rennen sind Khalid

Khannouchi (USA), der die Weltbestzeit von 2:05:42 Stunden hält, der

Vorjahressieger Abdelkader El Mouaziz (Marokko), der Streckenrekordhalter

António Pinto (Portugal/2:06:36) und natürlich der Debütant

Haile Gebrselassie. Und in einem Rennen mit dem äthiopischen

10.000-m-Olympiasieger darf natürlich auch Paul Tergat (Kenia) nicht

fehlen, der vor einem Jahr in London bei seinem Debüt als Zweiter 2:08:15

Stunden gelaufen war. Auch das Frauenrennen ist erstklassig besetzt mit der

Vorjahressiegerin und 10.000-m-Olympiasiegerin Derartu Tulu (Äthiopien)

sowie den beiden Kenianerinnen Joyce Chepchumba (London-Siegerin 1997 und

’99) und Susan Chepkemei (Rotterdam-Siegerin 2001). Dazu kommt dann die

große britische Hoffnung, Paula Radcliffe. Besser geht es nicht,

möchte man meinen.

 

HIER LAUFEN DIE STARS:

London-Marathon (14. April)

Vorauss. Starterzahl: 33.000

Siegprämie: 55.000 Dollar

Weltrekordprämie: 180.000 Dollar

Streckenrekordler: António Pinto (Portugal/2:06:33/2000), Ingrid

Kristiansen (Norwegen/2:21:06/1985)

Favoriten: Abdelkhader El Mouaziz (Marokko/2:07:11), Paul Tergat

(Kenia/2:08:15), Khalid Khannouchi (USA/2:05:42), António Pinto

(Portugal/2:06:36), Tesfaye Jifar (Äthiopien/2:06:49), Tesfaye Tola

(Äthiopien/2:06:57), Japhet Kosgei (Kenia/2:07:09), Stefano Baldini

(Italien/2:07:57), Philip Tarus (Kenia/2:08:30), Tsuyoshi Ogata

(Japan/2:10:06), Gezahegne Abera (Äthiopien/2:07:54/Start fraglich),

William Kiplagat (Kenia/2:06:50), Haile Gebrselassie

(Äthiopien/Debüt).

Favoritinnen: Derartu Tulu (Äthiopien/2:26:09), Joyce Chepchumba

(Kenia/2:23:22), Susan Chepkemei (Kenia/2:25:12), Malgorzata Sobanska

(Polen/2:26:08), Reiko Tosa (Japan/2:24:36), Swetlana Zakharowa

(Russland/2:24:04), Ludmila Petrowa (Russland/2:25:45), Shitaye Gemechi

(Äthiopien/2:28:40), Paula Radcliffe

(Großbritannien/Debüt).

Boston-Marathon (15. April)

Vorauss. Starterzahl: 14.000

Siegprämie: 80.000 Dollar

Weltrekordprämie: 50.000 Dollar

Streckenrekordler: Cosmas N’Deti (Kenia/2:07:15/1994), Uta Pippig

(Deutschland/2:21:45/1994)

Favoriten: Bong-Ju Lee (Korea/2:07:20), Silvio Guerra (ECU), Joshua Chelanga

(Kenia).

Favoritinnen: Catherine Ndereba (Kenia/2:18:47), Margaret Okayo

(Kenia/2:24:21), Esther Wanjiru (Kenia/2:23:31).

Rotterdam-Marathon (21. April)

Vorauss. Starterzahl: 10.000

Siegprämie: abhängig von Siegzeit

Weltrekordprämie: 250.000 Euro

Streckenrekordler: Belayneh Dinsamo (Äthiopien/2:06:50/1988) und Josephat

Kiprono (Kenia/2:06:50/2001), Tegla Loroupe (Kenia/2:20:47/1998)

Favoriten: Kenneth Cheruiyot (Kenia/2:07:18), Simon Biwott (Kenia/2:07:41),

Elijah Lagat (Kenia/2:07:41), Sammy Korir (Kenia/2:08:02), José

García (Spanien/2:08:40).

Favoritinnen: Takami Ominami (Japan/2:26:04), Junko Akari (Japan/2:28:49),

Simona Staicu (Ungarn).

Hamburg-Marathon (21. April)

Vorauss. Starterzahl: 17.000

Siegprämie: 15.000 Euro

Weltrekordprämie: ----

Streckenrekordler: Julio Rey (Spanien/2:07:46/2001), Katrin Dörre-Heinig

(Deutschland/2:24:35)

Favoriten: Joseph Ngolepus (Kenia/2:08:47), William Cheruiyot (Kenia/2:08:48),

Henry Cherono (Kenia/2:10:37), Dieter Baumann (Deutschland/Debüt)

Favoritinnen: Sonja Oberem (Deutschland/2:26:13), Luminita Zaituc

(Deutschland/2:26:01), Kathrin Weßel (Deutschland/2:28:27)

 

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