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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Frauenlauf - lauft mit!

Der Countdown hat begonnen, die Ausschreibung ist gedruckt, der nächste

Frauenlauf kommt bestimmt, und jetzt warten wir nur noch auf die Anmeldungen.

Ein Lauf nur für Frauen - ist das denn noch zeitgemäß?

Können sich Mädchen und Frauen nicht an allen Läufen beteiligen?

Warum wird ein Laufevent nur für Frauen organisiert?

Ausdauersportarten, vor allem Langstreckenläufe waren bis nach dem

zweiten Weltkrieg für Frauen tabu - sie schienen für das

"schwache Geschlecht" zu anstrengend zu sein. Daher mußten sich

Frauen als Männer verkleiden, wenn sie in den 60er Jahren am

Boston-Marathon teilnehmen wollten und daher können sie erst seit 1984 um

Olympische Medaillen im Marathon-Lauf kämpfen.

Seitdem sind die Strecken immer länger und die Zeiten der

Läuferinnen immer besser geworden, und wir wissen, daß Frauen

für Ausdauerdisziplinen geradezu prädestiniert sind. Trotzdem haben

sich Frauen in Deutschland noch nicht richtig für das Laufen begeistern

lassen. Frauen scheinen gegenüber dem Laufvirus weitgehend immun zu sein.

So waren Frauen beim Berlin-Marathon 1999 eine kleine Minderheit, sie stellten

ca. 14 % der über 20 000 Teilnehmer, und auch beim City-Night-Lauf

über 10 km dominierten 1999 mit 76 % der Teilnehmer die Männer.

Obwohl Frauen in den letzten Jahren laufend an Boden gewinnen konnten, sind sie

in der Laufbewegung immer noch Außenseiterinnen.

Die vorliegenden Untersuchungen können die Frage nach den Ursachen des

Desinteresses der Frauen am Laufen nur unzulänglich erklären. Ich

befragte daher - völlig unwissenschaftlich - meine Freundinnen und

Bekannten: "Warum läufst Du nicht?" Für die meisten war das

eine relativ seltsame Frage, ihnen war es einfach noch nie in den Sinn

gekommen, zu laufen, und daß ihnen schon der Gedanke, 5 oder 10 km zu

rennen, war ihnen völlig fremd. Und manche stellten auch die Gegenfrage:

Wozu soll Laufen denn gut sein? Warum soll ich denn eigentlich laufen?

Laufen - Warum? Die "Benefits"

Auf dem Weltforum des Sports, das UNESCO, das IOC und die WHO 1995 in Quebec

durchführten, wurden die gesundheitlichen Wirkungen des Sports intensiv

diskutiert. Die versammelten Experten verabschiedeten ein

"Konsenspapier", das auf abgesicherten Ergebnissen basiert und das

inzwischen veröffentlicht und weltweit verbreitet wurde. Ich bin keine

Medizinerin, daher kann ich die wichtigsten Vorteile des Ausdauersports nur

kurz nennen: Ausdauersport kann beitragen zur Gewichtskontrolle; zur

Normalisierung zu hohen Blutdrucks; zur Senkung des Cholesterin-Spiegels; zur

Vorbeugung gegen Diabetes; zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Und für Frauen ist besonders wichtig, daß Laufen (in Maßen)

präventiv gegen Osteoporose wirken kann. Neuere Studien ergaben auch,

daß Ausdauersport die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken,

verringert.

Laufen kann zudem zur psychischen Gesundheit beitragen. Gut gesichert sind

Abbau von Angst und Streß sowie positive Wirkungen bei Depressionen.

Inzwischen werden Kurse "Laufen gegen Depressionen" angeboten und die

Begleituntersuchungen ergaben, daß Laufen wirklich als

"Stimmungsaufheller" wirken kann. Zudem gibt es Hinweise, daß

Sport Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stärkt und insgesamt das

psychische Wohlbefinden verbessert.

Inzwischen wird Laufen sogar als Jungbrunnen oder als

"Wunderpille" propagiert. So fordert einer der derzeit bekanntesten

Fitnesspäpste auf: "Laufen Sie sich jung!" "Die

Füße federn über Morgentau. Muskeln werden warm, streifen die

Schwere der Nacht ab. Sauerstoff durchflutet 70 Billionen Körperzellen.

Jeder Schritt lockert den Geist, räumt im Kopf auf, bis die Gedanken

fliegen. Ein Kokain-Kästchen öffnet sich im Bauch, übersprudelt

den Körper mit Fröhlichkeit. So schön kann Laufen sein."

Wers glaubt ...?

Aber man muß ja nicht immer alles messen, untersuchen und nachweisen.

Ich glaube alle, die sich mit dem Laufen angefreundet haben, fühlen am

eigenen Leibe, daß Laufen gut tut, sie wissen, wie Ärger und

Streß beim Laufen abfallen, wie glücklich man ist, wenn man am Ziel

angekommen ist, und daß man sich wie neu geboren fühlt, wenn man

dann unter der Dusche steht.

Laufen entspricht außerdem in vieler Hinsicht den Bedürfnissen,

die Frauen in Umfragen über ihr Sportengagement immer wieder nennen.

Zahlreiche Untersuchungen ergaben, daß Frauen aufgrund ihrer

Lebensbedingungen - ich erwähne hier nur die Doppel- oder sogar

Dreifachbelastung - häufig auf Sportangebote angewiesen sind, die sie

flexibel in ihren Alltag integrieren können. Weite Wege, teuere

Ausrüstung und feste Trainingszeit erschweren es vielen Frauen, Sport zu

treiben. Und Joggen ist - fast - überall und ohne großen Aufwand zu

betreiben, und die Belastung und Leistung sind individuell dosierbar. Die Angst

vor zu hohen Anforderungen ist nämlich ein weiterer Grund, der Frauen vom

sportlicher Aktivität abhalten kann. Laufen kann jedermann oder besser

jede Frau, da sind weder Vorkenntnisse und spezifische Fertigkeiten und

große motorische Kompetenzen notwendig.

Auch wenn man den Versprechungen der Fitnesspäpste, daß Laufen

eine "Wunderpille" sei und ewige Jugend schenken könne, nicht

glauben mag, gesund ist Laufen allemal und Spaß macht es auch!

Der Frauenlauf als Werbung für den Frauensport

Eine Möglichkeit, Frauen für das Laufen zu begeistern, ist Lauf, an

dem sich ausschließlich Frauen beteiligen und bei dem keine Teilnehmerin

Angst haben muß, zu alt, zu langsam oder zu ungeübt zu sein. In

Norwegen macht der Grete-Waitz-Lauf Oslo jedes Jahr Schlagzeilen. Oslo wird -

zumindest für einen Tag - zur Stadt der Frauen: Zwischen 30 000 und 40

0000 Frauen laufen mit, und das, obwohl Oslo nur 500 000, Norwegen nur 4,4

Millionen Einwohner/innen hat. Ein relativ geringer Prozentsatz der

Teilnehmerinnen läuft in der "Eliteklasse" oder der

"Wettkampfklasse" um Meter und Sekunden. Der überwiegenden

Mehrheit reicht es, am Ziel anzukommen. Die meisten joggen langsam, viele

walken, manche haben einen Kinderwagen dabei, andere singen oder führen

zwischendurch kleine Tanzeinlagen vor.

Typisch ist, daß die Frauen in Gruppen laufen, mit Freundinnen,

Kolleginnen oder Familienmitgliedern, oft Mütter mit ihren Töchtern.

Typisch ist auch, daß der Lauf Partyatmosphäre hat. Manche Grupen

treffen sich schon vorher, um gemeinsam im Park zu picknicken, und daß

hinterher ein großes Fest steigt, ist klar. Und es ist üblich, sich

zu kostümieren. Dabei wenden die Frauen viel Phantasie auf, sie verkleiden

sich als Krankenschwestern, Kellnerinnen oder Polizistinnen, als Hexen oder

Clowns, als Prinzessinnen oder Indianerinnen.

Auf die Frage, was denn so attraktiv ist an diesem Lauf, an dem Männer

nur in Verkleidung teilnehmen können, nannten die Norwegerinnen die

Atmosphäre, die Lockerheit, die geringe Konkurrenzorientierung. Der Lauf

sei einfach ein Happening. Auch das Gefühl, keine großen Leistungen

zeigen zu müssen und sich nicht zu blamieren, scheint wichtig zu sein.

Für die Wettkampfläuferinnen ist es zudem ein großes Erlebnis,

nicht im Pulk der Männer, sondern wirklich als Erste oder Fünfte

durchs Ziel zu laufen und im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Und es

macht Spaß - das ist das Allerwichtigste.

Der nächste Frauenlauf in Berlin kommt bestimmt: Er findet am 26.5.2001

statt. Die Teilnehmerinnen können zwischen einem 10 km Lauf und einem 5 km

Fun Run (Walking) wählen. Und alle sind eingeladen, vorher gemeinsam zu

trainieren, und zwar ab 31. März 2001 jeden Sonnabend um 17.00 im

Tiergarten. Treffpunkt: John-Foster-Dulles-Allee, Nähe Haus der Kulturen

der Welt.

Anmeldung und Information: SCC-Running. Waldschulallee 34, 14055 Berlin, Fax

030 3025370, Tel. 030 3062203, email: info@berlin-marathon.com

Und zum Schluß ...

Uta Pippig hat angeblich gesagt: Beim Laufen ist der schwerste Schritt der

über die eigene Türschwelle. Ich hoffe, daß möglichst

viele Frauen diesen ersten Schritt schaffen. Und daß wir uns am 31.

März zum ersten Training und dann auch beim Frauenlauf treffen.

Gertrud Pfister

 

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