Newsarchiv

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Highlights Pressekonferenz - Montag, 1. Oktober 2007

Gete Wami:

Heute morgen bin ich eine Stunde langsam gejoggt. Ich fühle mich nach dem

gestrigen Rennen sehr gut, sodass ich heute sogar einen weiteren Marathon

laufen könnte. Bei Kilomter 30 merkte ich, dass ich das Rennen gewinnen

würde. Die World Marathon Majors sind für mich sehr wichtig und in meiner

Karriere eine neue Herausforderung, deswegen starte ich in New York. Wenn

ich meine Form halten kann, komme ich vielleicht nach Berlin zurück, um hier

nicht nur den äthiopischen Landesrekord, sondern auch den Streckenrekord zu

brechen.

Irina Mikitenko:

Mein Sohn hat sich riesig über meinen Sieg gefreut, er hat sogar gestern ein

Fußballspiel ausfallen lassen, um das Rennen am Fernsehen mitzuerleben. Auch

viele Freunde haben sich gemeldet, ich bin noch gar nicht dazu gekommen die

Anrufe zu beantworten. Jetzt bin ich froh, dass sich das harte Training

gelohnt und der Tag auf den ich lange hingearbeitet habe, vorbei ist. Beim

gestrigen Rennen habe ich viel gelernt. Ein Marathon besteht aus vielen

Kleinigkeiten, auf die man auchten muss. Vor dem Lauf habe ich vornehmlich

auf andere gehört, die mir geraten haben, das Rennen vorsichtig anzugehen.

Beim nächsten Rennen kann ich anders an den Lauf herangehen und mehr auf

mein Inneres hören. Im nachhinein bin ich froh, dass ich nicht zu schnell

begonnen und erst zum Schluss das Tempo gesteigert habe.

Haile Gebrselassie:

Auch 24 Stunden nach dem gestrigen Weltrekord empfinde ich noch große

Freude, das Glücksgefühl ist unbeschreiblich, man muss es einfach selbst

erlebt haben. Der Weltrekord gehört jetzt mir. Vielleicht wird es in 20 oder

30 Jahren möglich sein, unter zwei Stunden zu laufen. Es wird passieren,

aber ich weiß nicht wann. Für mich hoffe ich, dass sich auch in 100 Jahren

noch jemand an mich erinnert und sagt, der Haile Gebrselassie ist in Berlin

Weltrekord gelaufen. Ich selbst glaube, bei perfekten Bedingungen eine Zeit

von 2:03 Stunden erreichen zu können. Vielleicht sogar in Berlin.

Grundsätzlich ist es ganz gut, wenn man einen starken Konkurrenten im Rennen

hat. Andererseits fragt man sich dann aber auch, ob man vielleicht überholt

wird oder wenn er hinter einem liegt, ob er ins Rennen zurückkommt. Für mich

war es gestern besser, den letzten Teil der Strecke alleine zu laufen, die

Pacemaker bis km 30 waren perfekt und die Organisation stimmte. Ob ich noch

einen real,- Berlin-Marathon laufe, hängt sicherlich auch vom Veranstalter

ab, der mich ja einladen muss. Wenn ich Berlin mit den Strecken in

Amsterdam, Fukuoka und London vergleiche, liegen die Vorteile eindeutig auf

Seiten von Berlin. Die Strecke ist flach, nicht zu kurvenreich und sehr

schnell. Hinzu kommt, dass der September die perfekte Jahreszeit für ein

Rennen ist. Besonderes Lob verdient natürlich auch das begeisterte Publikum

und die perfekte Organisation. Amsterdam ist zwar auch flach, aber zumeist

ist es dort zu windig. In Fukuoka ist das Wetter in der Regel nicht so gut.

London hat ebenfalls eine schnelle Strecke ist aber durch die vielen Ecken

und Kurven sehr schwierig. Über langfristige Pläne habe ich mir noch keine

großen Gedanken gemacht. Im Januar werde ich beim Dubai-Marathon starten und

im Sommer an den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen. Außerdem habe ich

mir fest vorgenommen, zur Weltmeisterschaft 2009 nach Berlin zurückzukehren.

Jürgen Lock:

Am Samstag bei den Skatern hatten wir auf Grund des starken Regens doch

einige Befürchtungen, aber die Zahl der Unfälle hielt sich in erfreulichen

Grenzen. Am Sonntag lag die Durchschnittstemperatur bei 15,8 Grad. Damit war

es erheblich kühler als im letzten Jahr, was den Läufern entgegenkam. Auf

der Messe BERLIN VITAL hatten wir 480 Konsultationen. 250 Mal haben wir im

gegenseitigen Einvernehmen mit den Läufern ein Startverbot ausgesprochen.

Nur 2% der Läufer sind während des Rennens ausgeschieden. Diese Zahl liegt

unter dem Durchschnitt.

Dr. Lars Brechtel:

Insgesamt gab es am Sonntag 62 Transporte, von denen einige Einsätze nicht

nötig gewesen wären. 1.394 Mal musste „Erste Hilfe“ geleistet werden, davon

151 vor dem Start und 1026 Mal im Zielbereich. Dies waren überwiegend

Prophylaxemaßnahmen. Beide Zahlen liegen innerhalb des von uns statistisch

gemessenen langjährigen Durchschnitts. 23 Läufer sind in eine Klinik

eingewiesen worden, das ist die Hälfte vom sonstigen Durchschnitt, der bei

47 liegt. Von den Fahrradärzten gab es während des Rennens 168

Hilfeleistungen, alles kleinere Sachen. Bei einem Mann, der nach dem

Zieldurchlauf bewusstlos wurde, haben wir die Einweisung in eine Klinik

veranlasst. Es waren jedoch keine Reanimationsmaßnahmen notwendig und es

geht ihm heute wieder gut. Ein anderer Mann, 28 Jahre alt, klagte beim

Kilometer 28 über Herzbeschwerden. Auch ihn haben wir sicherheitshalber in

die Klinik eingewiesen, aber bereits am nachmittag war er wieder in Ordnung.

Beim Skaterrennen am Samstag hatten wir auf Grund des starken Regens schon

große Bedenken. Aber die Zahl der Hilfeleistung lag nur bei 44% der sonst

üblichen Einsätze. Vor allem hatten wir keine Knochenbrüche zu verzeichnen.

177 Mal kamen wir zum Einsatz, 2006 lag diese Zahl bei 388, nur 15 Mal

musste eine Einweisung in die Klinik erfolgen. Im letzten Jahr lag die Zahl

bei 23. Die Skater sind sehr vorsichtig zu Werke gegangen, was sich

ausgezahlt hat.

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