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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Leichtathletik-Hallen-WM in Birmingham aktuell

Vor zwei Jahren war es, als Olga Jegorowa als Siegläuferin auftauchte. Die

Russin gewann damals völlig überraschend das 3000-m-Finale bei den

Hallen-Weltmeisterschaften von Lissabon und verwies die Seriensiegerin Gabriela

Szabo (Rumänien) auf Rang zwei. Dieses Mal in Birmingham war keine der

beiden am Start. Während Olga Jegorowa längst keine Gefahr mehr

bedeutet hätte, hatte Gabriela Szabo schon längerfristig auf diese

Titelkämpfe verzichtet. Freie Fahrt also für Berhane Adere. Und die

Äthiopierin wurde ihrer Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht. In 8:40,25

Minuten lief sie als Siegerin vor der Spanierin Marta Domínguez (8:42,17

Minuten) ins Ziel.

"Ich bin sehr froh über diesen Sieg. Das Rennen lief so wie ich

mir das vorgestellt hatte. Ich bin genau nach Plan gelaufen und wusste, dass

ich mit meinem starken Finish wohl gewinnen würde", erklärte die

29-jährige Berhane Adere. Zurückhaltend hatte die Äthiopierin,

die vor gut einem Jahr als unerfahrene Hallenläuferin in Stuttgart

über 3000 m den Weltrekord gebrochen hatte, das Rennen begonnen. Nach dem

Start sortierte sie sich im hinteren Drittel des Feldes ein. Allmählich

ging sie dann außen an der Konkurrenz vorbei und hielt sich hinter der

lange führenden Britin Hayley Tullett. 750 Meter vor dem Ziel trat Berhane

Adere an und war nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Tullett fiel

sofort zurück, nur Domínguez konnte zunächst reagieren. Doch

als Adere, die zur Detmolder Trainingsgruppe von Volker Wagner gehört, auf

den letzten 300 Metern nochmals das Tempo anzog, war Domínguez

endgültig geschlagen. Die Spanierin hätte am Ende um ein Haar noch

Platz zwei an die stark aufkommende Äthiopierin Meseret Defar verloren.

“Ich hatte heute nicht erwartet, dass ich gewinnen könnte. Berhane

Adere ist einfach besser als ich. Deswegen bin ich zufrieden mit meinem

Rennen“, sagte Marta Domínguez. Selbst überrascht vom

Medaillengewinn war die 19-jährige Meseret Defar. “Ich freue mich

für Meseret – sie ist noch jung und wird noch einiges lernen“,

sagte Berhane Adere.

Hochspannung garantiert das heutige 800-m-Finale der Frauen. Die

Olympiasiegerin Maria Mutola (Mosambique) gewann ihr Halbfinale knapp vor der

Hallen-Weltrekordlerin Jolanda Ceplak. Beide sind ebenso für den Endlauf

qualifiziert wie Stefanie Graf. Die Österreicherin, die nach längerer

Verletzungspause in dieser Hallensaison zurückkam, rannte die schnellste

Semifinalzeit von 2:01,93 Minuten im anderen Halbfinale. Doch Stephanie Graf

sah dabei am Ende nicht so locker aus wie noch vor einem Jahr bei einer solchen

Zeit. Mit Joanne Fenn haben auch die Briten eine flotte 800-m-Läuferin im

Endlauf.

In den 1500-m-Vorläufen der Frauen lief Regina Jacobs (USA) die

schnellste Zeit mit 4:09,07 Minuten. Die 1500-m-Weltrekordlerin gilt als

Favoritin im heutigen Finale.

Driss Maazouzi überrascht die Kenianer über 1500

Meter

Damit hatte Bernard Lagat sicher nicht gerechnet: Der Franzose Driss

Maazouzi wehrte sich erfolgreich gegen die Angriffe des Favoriten und wurde

überraschend Hallen-Weltmeister über 1500 m. Der 33-Jährige

siegte in 3:42,59 Minuten mit lediglich drei Hundertstelsekunden Vorsprung vor

Bernard Lagat.

“Ich habe mich während meiner Saison eigentlich gar nicht richtig

auf diese Hallen-Weltmeisterschaften vorbereitet“, sagte Driss Maazouzi

und erklärte: “Erst vor drei Wochen habe ich mich entschieden,

überhaupt in Birmingham zu laufen. Ich sagte mir, ich gebe mein bestes,

was immer dabei herauskommen würde.“ Herausgekommen ist der bisher

größte Erfolg in der Laufbahn des gebürtigen Marokkaners. Bis

1997 lief Driss Maazouzi noch für Marokka, dann entschied er sich,

künftig für Frankreich zu starten. Startberechtigt ist er für

die Franzosen allerdings erst seit 1999. Vor zwei Jahren war er bei der WM in

Edmonton im 1500-m-Finale hinter Hicham El Guerrouj (Marokko) und Noah Ngeny

(Kenia) schon einmal Dritter. Doch erst jetzt gewann er seinen ersten

großen internationalen Titel.

Mit einem taktischen Rennen und einem starken Schlussspurt hatte Driss

Maazouzi in Birmingham Erfolg gegen Konkurrenten, die im Laufe der Saison schon

wesentlich schnellere Zeiten erzielt hatten. Der am Ende siebtplatzierte Russe

Andrej Zadorozhnij hatte anfangs das Feld bei moderatem Tempo angeführt,

dicht hinter ihm lief Driss Maazouzi. In der zweiten Hälfte des Rennens

kamen die beiden Kenianer, Bernard Lagat und der erst 19-jährige Cornelius

Chirchir, nach vorne. Zwei Runden vor Schluss führte Chirchir, dem man

eine große Zukunft prognostiziert, das Feld an. Doch es war Driss

Maazouzi, der dann antrat und als erster in die letzte Runde ging. Der Franzose

hatte Biss und ließ Bernard Lagat nicht mehr vorbei. Der Kenianer

seinerseits wurde auch noch vom drittplatzierten Abdelkader Hachlaf (Marokko)

angegriffen, verteidigte aber wenigstens Silber ins Ziel.

Ein Duell eines Kenianers gegen einen ehemaligen Landsmann kündigt sich

über 800 Meter an. Souverän gewann Wilson Kipketer, der

Weltrekordler, der seit einigen Jahren für Dänemark und nicht mehr

für Kenia startet, seinen Halbfinallauf in 1:47,84 Minuten. Im anderen

Semifinale setzte sich Wilfred Bungei ebenfalls als Sieger durch. Bungei, der

Vize-Weltmeister von Edmonton 2001, blieb in diesem Jahr ebenso wie Kipketer

bereits unter 1:45,00 Minuten – eine Spitzenzeit in der Halle.

 

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