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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Mainz feiert erst die Fußballer und – dann die Marathonläufer

Was für ein Sport-Wochenende in Mainz! Am Samstag feierten die

Fußball-Profis von Mainz 05 trotz einer 2:4-Niederlage gegen

Abonnementsmeister Bayern München zusammen mit 22 000 Zuschauer im

Bruchwegstadion überschwänglich den Klassenerhalt in der Ersten

Bundesliga, am Sonntag feierten 80 000 Zuschauer auf den Straßen der

Landeshauptstadt über insgesamt über 13.000 Teilnehmer beim

Gutenberg-Marathon, allen voran Marek Dryja und Yelena Tikhonova, die

Marathonsieger der sechsten Auflage in 2:16:53 und 2:38:05 Stunden.

Handlungsbedarf

Doch beim Spaßmarathon in der Karnevalshochburg am Zusammenfluss von

Rhein und Main scheint aber auch Handlungsbedarf geboten. „Wir müssen

mit etwas Abstand diskutieren, was kann, was muss verändert werden“,

gestand Sportbürgermeister Norbert Schüler trotz zufriedenstellendem

Gesamtfazit („Sportliches und gesellschaftliches Ereignis für die Stadt

Mainz“) unmissverständlich im Ziel ein.

Denn der Pole Marek Dryja hatte größte Mühe, am im Stau der

langsamen Halbmarathonläufer steckenden Führungsfahrzeug vorbei den

Zielkanal zu finden. „Das hat mich dreißig Sekunden gekostet“, zeigte

sich der 31jährige Pole zunächst sichtlich verärgert, denn mit dieser

spekulativen Schätzung wäre er exakt auf Streckenrekordzeit von Elijah

Mutnadiro gelandet.

Steigerung

Mit 3.191 Finishern über die Marathondistanz, haben die Mainzer zwar

ihre Einlaufquote um 300 steigern können, ob dies allerdings ausreichen

wird, ihre „top ten“-Platzierung des Vorjahres zu behalten, ist zur

Saisonhälfte sicherlich nicht zu sagen.

Fest steht allerdings eines, mit 5.573 Finishern über die

Halbdistanz und 928 im 2/3-Marathon (zudem 3 200 Teilnehmer im

Schüler-Ekiden, 286 Skater und 55 Handbiker) haben die Mainzer

Verantwortlichen um Sportamtsleiter Günter Pfeifer und Rennleiter

Friedel Dolhacz mit dem Mix des Laufangebotes Grenzbereiche erreicht,

zumal die eigentlich geräumige Rheingoldhalle wegen Umbauarbeiten nur

bedingt als Marathonzentrum zur Verfügung stand. Die Begeisterung der

Zuschauer jedenfalls fand letztlich im Zielbereich weder Grenzen noch

Barrieren, so dass die Zuschauer, sicherlich in bester Absicht, den

vielen Läufern schlichtweg im Weg standen.

Sechs Läufer unter 2:20

Rein sportlich konnte die sechste Auflage des Gutenberg-Marathon nur

bedingt die Erwartungen erfüllen, denn mit Jaroslaw Cichocki, Miklos

Artur Ianos, Vitaly Mezaev, Andrej Naumov, Marek Dryja und Jacek

Kasprzyk hatte man schließlich sechs Läufer unter 2:20 eingeladen. Doch

beim Aufstieg zur Theodor-Heuss-Brücke musste der favorisierte Ukrainer

Naumov den späteren Sieger zum Alleingang entlassen, der zwar eine

erstaunliche gute zweite Hälfte hinlegte, aber die Streckenbestzeit

doch letztlich klar verpasste. Naumov behauptete Rang zwei mit Mühe

gegen den Rumänen Artur Ianos, der sich übrigens vor zwei Jahren schon

einmal in Mainz als Sieger feiern lassen durfte. Eine schwache

Vorstellung zeigte hingegen Vitaly Melzaev als abgeschlagener Vierter.

Tobias von Ghemen wurde mit einer Steigerung um vier Minuten auf

2:28:35 bester Deutscher.

Ausstieg von Fadeeva

Bei den Frauen war nach dem schnellen Ausstieg der zweifachen

Siegerin Elena Fadeeva der Weg frei für Yelena Tikhonova, die sich erst

in letzter Minute für den Gutenberg-Marathon entschied und mit 2:38:05

Stunden sogar neue Bestzeit erzielen konnte. Wie stark sich die

28jährige Russin in Mainz vorstellte, das geht alleine aus der Tatsache

hervor, dass ihre zweite Streckenhälfte fast eine Minute schneller als

die erste war. Bonn-Marathon-Siegerin Valentina Delijon dürfte sich mit

einem weiteren Start wenige Wochen nach ihrem Frühjahrsmarathon keinen

Gefallen getan haben, denn schon früh musste sie die Russin an der

Spitze ziehen lassen. Hinter der Rumänin Maria Teodorescu überraschte

die SWR-Journalistin Christine Defland mit Rang vier und 2:46:07

Stunden. Die hatte damit einen deutlich kürzeren Arbeitstag als ihre

diensthabenden TV-Kollegen, die viereinhalb Stunden live aus Mainz

übertrugen.

Auf dem richtigen Weg

Herbert Steffny zog als exzellenter Kenner der Marathonszene und

ehemaliger Student an der Uni Mainz nach überlanger Marathonarbeit ein

überaus positives Fazit und sprach damit vielen aus dem Herzen: „Der

Gutenberg-Marathon ist auf dem richtigen Weg. Es ist ein Spaß- und

Genußevent mit einem Teil Spitzensport. Die erstaunliche große Zahl von

über 3 200 Schüler bei der Ekiden-Staffel mag vielleicht auch daher

rühren, dass die laufenden Eltern ihren Nachwuchs auch wieder zum

Laufen gebracht haben!“ Von Null auf 42, die SWR-Aktion schlägt

vielleicht nicht nur in diesen Wochen und Monaten Wellen, sondern ist

vielleicht auch mittelfristig angelegt, um talentierte Jugendliche

möglicherweise verstärkt dem Leistungssport zuzuführen. Der heimischen

Marathonszene würde es sicherlich gut tun. 

Wilfried Raatz  

Gutenberg-Marathon Mainz (8.5.):Ergebnisse:

Männer:Marathon: 1. Dryja (POL) 2:16:53. 2. Naumov

(UKR) 2:20:01, 3. Arthur Lanos (ROM) 2:20:37, 4. Melzaev (UKR) 2:22:06,

5. Idin (TUR) 2:27:35, 6. von Ghemen (ASC Darmstadt) 2:28:35, 7. Bier

(Post-Sport Telekom Trier) 2:29:32, 8. Kümpel (SV BG Dernau) 2:33:39,

9. Reiser (LG Odenwald) 2:37:23, 10. van den Berg (NED) 2:38:06.

Halbmarathon: 1. Green (LG Wedel-Pinneberg) 1:07:21, 2. Hecktor (1. FC Kaiserslautern) 1:11:44, 3. Jung (LC Schifferstadt) 1:14:46.

2/3-Marathon: 1. Strizakov (RUS) 1:35:05, 2. Rötzheim (TV Waldstraße) 1:48:43, 3. Isigkeit (LGE Frankfurt) 1:49:20.

Frauen:Marathon: 1. Tikhonova (RUS) 2:38:05, 2.

Delijon (MOL) 2:39:45, 3. Teodorascu (ROM) 2:43:37, 4. Defland

(Hofheim) 2:46:07, 4. Gulal (TUR) 2:48:58, 5. Asikoglu (TUR) 2:48:58,

6. Grivac (MOL) 2:49:30, 7. Hooß (LTF Marpingen) 2:57:48, 8. Becker

(Wiesbaden) 3:06:34, 9. Greiml-Lenertz (TV Bitburg) 3:11:22, 10. Glatz

(LTF Marpingen) 3:10:41.

Halbmarathon: 1. Hoffmann (Mainz) 1:24:05, 2. Stegmann (LC Bingen) 1:26:56, 3. Lene (AHS Freiburg) 1:27:06.

2/3-Marathon: 1. Schöneberg (VfL Sindelfingen) 2:10:12, 2. Schramm 2:21:16, 3. Rothery (GBR) 2:23:41.

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