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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Olympiasieger Josia Thugwane gibt nicht nach - „Ich kann noch einige Jahre laufen.“

„Viele haben mich schon abgeschrieben, aber ich weiß, dass ich noch

einige gute Marathonläufe rennen kann“, sagt Josia Thugwane, der 1996

als erster farbiger Südafrikaner eine olympische Goldmedaille gewann.

Er sagt dies, obwohl der Marathon-Olympiasieger von Atlanta beim

Wien-Marathon vor einiger Zeit in einem Hitzerennen aufgab. Der 1,58

Meter kleine und 45 Kilogramm leichte Langstreckenläufer hat immer

wieder bewiesen, dass er Rückschläge verkraften kann. Kaum ein anderer

Athlet dürfte so viele Hochs und Tiefs erlebt haben wie der 34-Jährige

– und zwar nicht nur sportliche sondern auch menschliche.


Erste Prämie mit 8.50 Euro

In ärmsten Verhältnissen aufgewachsen, lebte Josia Thugwane mit

seiner Familie in einer Wellblechhütte. Geld verdiente er als Putzkraft

in einer Mine. Josia Thugwane konnte nicht lesen, nicht schreiben und

sprach natürlich kein Englisch. Fußballspielen war ein Hobby, doch dann

versuchte er es mit dem Laufsport, denn er hatte gehört, dass man damit

Geld verdienen kann. Seine erste Prämie gewann er bei einem

Halbmarathon – es handelte sich um 8,50 Euro. 


Nachdem er 1996 Südafrikas Marathon-Meisterschaften gewonnen und sich

damit für Olympia qualifiziert hatte, begannen die Probleme, die ihn

jahrelang plagen sollten. Noch vor den Spielen wurde er in seinem Auto

überfallen. Eine Kugel streifte ihn am Kinn, die Narbe ist heute noch

zu sehen. Es gelang ihm, aus dem Fahrzeug zu springen und zu entkommen.

„Nach meinem Olympiasieg war ich monatelang im Fernsehen, und ständig

erschienen Zeitungsartikel über mich. Dadurch wurde es noch schlimmer“,

erzählt Josia Thugwane.


In Fukuoka 2:07:28

Während seine sportlichen Leistungen stark schwankten – in Fukuoka

gewann er 1997 in der Weltklassezeit von 2:07:28, doch bei mehreren

hochkarätigen Rennen gab er auf –, gab es Bedrohungen gegen ihn und

seine Familie. Auf Erpressungsversuche ging Josia Thugwane nicht ein.

Doch als eines Tages der Kopf eines Affen auf den Zaun vor seinem Haus

gespießt worden war, zog er nach Johannesburg in ein sicheres

Wohnviertel und trainierte fortan zeitweise in den USA.


„Erst seit zwei Jahren ist es ruhiger, weil ich nicht mehr erfolgreich

war“, sagt Josia Thugwane. Zu seinem letzten Marathonsieg lief er 2002

in Nagano. Vor kurzem ist der Olympiasieger aus Johannesburg in die

Nähe von Pretoria gezogen. „Ich habe eine Farm gekauft, denn das ist

die Zukunft für mich und meine Familie.“ Außerdem betreut Josia

Thugwane dort eine Gruppe von jungen Läufern, denen er eine Perspektive

geben möchte. „Vielleicht haben sie eines Tages die Chance, mit dem

Sport Geld zu verdienen. Es sind aber nicht nur Läufer, auch einigen

Fußballspielern versuche ich zu helfen.“

Er selbst spricht inzwischen recht gut Englisch. „Meine Kinder haben

es in der Schule gelernt und mir dann geholfen.“ Dass die Farm nicht so

sicher ist wie das Haus in Johannesburg nimmt Josia Thugwane in Kauf.

Wenn er wieder Erfolg haben sollte, muss er mit neuen Bedrohungen

rechnen. Aber Josia Thugwane will nicht nachgeben:

„Ich kann noch einige Jahre laufen.“


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