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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Von Joschka Fischer bis Ulrich Strunz - oder: Wer schreibt was über das Laufen?

Joschka Fischer ist ins Gerede gekommen ... nein, nein gemeint sind

ausnahmsweise mal nicht seine Aktivitäten als

"Putztruppen-Mitglied" der Frankfurter

Straßenkämpfer-Szene in den 1970er Jahren. Es geht vielmehr hier um

seine läuferischen Aktivitäten und Ambitionen, die er in seinem Buch

mit dem bezeichnenden Titel "Mein langer Lauf zu mir selbst"

(Köln: Kiepenheuer & Witsch) niedergeschrieben hat. Dieses Buch stand

wochenlang auf vorderen Plätzen von Bestsellerlisten. Der Verkaufserfolg

läßt sich wohl am meisten damit begründen, daß Joschka

Fischer als durchaus nachahmenswertes Beispiel dafür steht, daß und

wie man durch langsames und regelmäßiges Laufen tatsächlich zu

sich selbst finden und in dieser Hinsicht sein eigenes Leben verändern

kann. Insofern macht dieses Buch insbesondere all denjenigen Mut, die selbst

mit dem Laufen gerade begonnen haben oder beginnen wollen. Sie können so

gesehen schon mal vorab in einen Lese-Dialog mit dem Bundesaußenminister

eintreten...

Apropos Literatur über das Laufen: Was gibt es da nicht mittlerweile

für Berge von Büchern? Eigentlich müßte man mal eine

thematisch geordnete Bibliographie über Lauf-Literatur erstellen, um

allen, die sich dafür interessieren, einen kompletten Überblick zu

geben. Solange dies nicht der Fall ist, sollen - wenigsten im Rahmen die-ser

Mittwochs-Kolumne - ein paar Hinweise (mehr) Appetit auf die Lektüre

dieses oder jenes Titels aus dem sich ständig ausdifferenzierenden Genre

der Lauf-Literatur machen. Schnell der Reihe nach eine kleine Auswahl:

Wer nach reinen Trainingsanleitungen sucht, wird wohl am meisten

fündig: Nach wie vor gilt das "Marathontraining" von Manfred

Steffny als wegweisender Klassiker, allein die Anzahl von mittlerweile 14 (!)

Auflagen (Mainz: Schmitz Verlag) steht dafür. Aber es gibt inzwischen

etliche andere (gute) Trainings-Ratgeber daneben, vor allem für solche

Läuferinnen und Läufer, die keine höheren (nationalen)

leistungssportlichen Ziele verfolgen - drei Beispiele müssen genügen:

Ex Marathon-Bundestrainer Wilfried Raatz debütierte vor kurzem mit dem

Buchtitel "Richtig Marathon" (München: blv), die beiden

deutschen Runners World Redakteure Thomas Steffens und Martin Grüning

brachten neulich "Das Laufbuch. Training, Technik, Ausrüstung"

(Reinbek: Rowohlt) heraus, und kann dann ferner "Perfektes

Lauftraining" (München: Südwest Verlag) von Herbert Steffny (dem

"kleinen" Bruder von Manfred) und Ulrich Pramann (Herausgeber von

"Fit For Fun") noch als neuwertig gelten.

Wer das Laufen mit dem Reisen verbinden will, wird gleichsam fündig,

wahrscheinlich sogar im modernen Antiquariat, weil z.B. "Mehr als

Marathon" von Werner Sonn-tag ebenso als vergriffen gilt wie Manfred

Steffnys "Die schönsten Marathon-Strecken in aller Welt" gilt.

Ganz neu dagegen: "Der Marathonreiseführer. Die schönsten

Marathonläufe der Welt" von Dennis Craythorn/Rich Hanna

(Mülheim: Tibia Press). Daß in diesem Buch der BERLIN-MARATHON

bedacht ist, muß eigentlich nicht gesondert erwähnt werden ...

Andere Sache: Auch Buchtitel speziell für Frauen weiten sich nach und nach

aus: Den Anfang machten wohl seinerzeit van Aaken/Lennartz ("Das Laufbuch

der Frau", Aachen: Meyer & Meyer), jetzt ist hinzugekommen: die

Amerikanerin Katherine Switzer, die hier als Protagonistin gelten kann und

"Laufen und Walking. Das sanfte Programm für Frauen ab 40"

(Reinbek: Rowohlt, deutsche Übersetzung von Gesine Strempel) schrieb.

Ebenfalls zum Thema Frauen paßt - aber aus ganz anderer Richtung - die

kleine Sammlung mit heiteren Geschichten, die die (nichtlaufende) Eva-Maria von

Schablowsky unter dem Titel "Läuft Ihr Mann auch? (München:

Universitas) versammelt.

Ganz zum Schluß noch einmal zurück an den Anfang zu Joschka

Fischer: Sucht man nach einem weiteren Titel, der irgendwie auch als Lauf zu

sich selbst bezeichnet werden kann, dann muß man die Lebens- und

Leidensgeschichte von Hartwig Gauder nennen, jenem ehemaligen Weltklasse-Geher,

der nach seinen Herztransplantationen zum Power-Walker geworden ist und auf

diese Weise sogar Marathonstrecken (in Berlin und New York) zurücklegt:

"Die zweite Chance - oder: Mein Leben mit dem dritten Herzen (Berlin:

Sportverlag ). Und was die oben erwähnte Bestsellerliste anbelangt, da

wird seit Wochen auch Dr. med. Ulrich Strunz aufgeführt. Und den kennt man

ja - oder?

Dr. Detlef Kuhlmann

 

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