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Newsarchiv

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8. Ford Köln Marathon am 12. September 2004

Wenn sie im nächsten Jahr nicht selber - egal ob als Läuferin /

Läufer oder als Zuschauer - am Kölnmarathon teilnehmen, sehen sie

sich die Übertragung im WDR Fernsehen an. Dieses Rennen ist einmalig.

Marathon und Köln, das passt einfach.

Bei der achten Auflage des Köln-Marathons hat es gegenüber den

letzten Jahren einige Veränderungen gegeben, die das Rennen attraktiver

machen und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut tun. Da ist einmal das

Datum. Bisher fand der Marathon immer am ersten Sonntag im Oktober statt, das

Wetter war meist feucht und kalt und absolut zuschauerunfreundlich. Es galt der

Kölner Dreisatz: Beim Start ewig im Regen stehen, angefroren ankommen und

lange seinen Kleiderbeutel suchen, in der nächsten Woche die

Nachmarathongrippe pflegen. In diesem Jahr schien durchweg die Sonne, es war

angenehm mild und nur ein starker böiger Wind zog um die

Häuserblocks. Auch fehlte das sonst so obligatorische Chaos vor dem Start.

Keine Weltrekorddifferenzen mehr zwischen Chip- und Realzeit und überhaupt

war das ganze Rennen auf eine geradezu beängstigende Art und Weise gut

organisiert. Der alte Lehrsatz: Gut geregelte Läufe mag es in Berlin und

Palermo geben, wir Rheinländer wollen das mal nicht übertreiben, galt

diesmal so garnicht.

Die Strecke ist in diesem Jahr so verändert worden, dass Köln nun

tatsächlich einen ganz unvergleichlich eigenwilligen Marathon bietet. Der

Kurs ist extrem abwechslungsreich. Flach, ständig geht es irgendwo um die

Kurve, Schatten und Sonne, viel Kopfsteinpflaster. Mal einen Kilometer einfach

geradeaus laufen, das geht hier nicht. Das mag Spitzenläufer und

ehrgeizige Freizeitsportler stören. Die große Menge der Genuss- und

Spaßläufer findet die neue Streckenführung

hinreißend.

Das absolut Beste am Köln-Marathon sind die Zuschauer. Karneval im

Spätsommer. Auf den ersten fünf Kilometern bis zum Chlodwigplatz gibt

es keinen freien Platz am Streckenrand. Überall stehen klatschende

freundliche Menschen, an jeder Ecke eine Sambaband, kaum ein Streckenabschnitt

ohne Musik und Zuschauer, Zuschauer, Zuschauer. Zwischen Kilometer sechs und

elf wird es ein wenig ruhiger, dann wieder der Chlodwigplatz, der Ring,

Barbarossaplatz, menschenvoll. Lindenthal ist etwas ruhiger. Dann wieder der

Ring, Stimmung wie bei Bergankünften der Tour. Halbmarathon, Ehrenfeld,

erst in Nippes und bei Kilometer 28 gibt es größere Lücken im

Zuschauerfeld. Die notorischen Am-Rand-der-Strecke-Pinkler haben es in

Köln jedenfalls überall sehr schwer, einen unbeobachteten Platz zu

finden. Ab Ebertplatz und Kilometer 32 ist die Stimmung bis zum Ende dann

wieder wie im Karneval. Zahllose selbstgemalte Pappschilder zollen den

Läuferinnen und Läufern “Respekt“ oder erinnern sie bei

Kilometer 36 daran, dass, wer Schmerzen hat, noch lebt. Deutzer Brücke,

der Zieleinlauf ist diesmal in Deutz, unspektakulär und fast der ruhigste

Streckenabschnitt. Das ist tatsächlich das einzige Problem an der neuen

Streckenführung. Wenn es im Ziel vor dem Dom auch zu eng war und zu

chaotisch zuging, schöner war es schon ...

An diesem sonnigen Sonntag waren rund 17.000 Läuferinnen und

Läufer auf der Marathon Strecke in der Hauptstadt des Rheinlands unterwegs

und vorsichtig geschätzt stand, sang und klatschte halb Kölle, gut

500.000 Menschen, am Rand.

Claudia Dreher gewann das Rennen in 2:32:04 Stunden vor Rose Nyangacha in

2:34:19 und Minedaye Gisha in 2:42:17. Schnellster Mann war James Rotich in

2:10:22 vor Henry Cherono, 2:10:26, und Thomas Chimetei in 2:10:32.

Frank Bielefeld

 

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