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Cross-WM in Brüssel: Benita Johnson schockt Afrika, Kenenisa Bekele zu stark für Kenianer

Der Äthiopier Kenenisa Bekele hat den ersten Schritt auf dem Weg zum

dritten Doppeltriumph in beeindruckender Manier vollzogen. In einem Sololauf

gewann der 21-Jährige bei den 32. Cross-Weltmeisterschaften in

Brüssel die kürzere Distanz über 4 km in 11:31 Minuten vor

seinen beiden Landsleuten Gebre-egziab Gebremariam und Maregu Zewdie. Morgen

startet Bekele über die 12-km-Langstrecke. Als erster Athlet in der

Geschichte der Cross-WM hatte Bekele 2002 beide Distanzen gewonnen. Dieses

Kunststück möchte er nun in Brüssel zum dritten Mal in Folge

wiederholen, nachdem er auch 2003 zweimal Cross-Gold gewonnen hatte.

Die 8-km-Frauenlangstrecke endete am ersten Tag der Cross-WM auf schwerem

Geläuf im Parc dOsseghem von Brüssel mit einer großen

Überraschung: Die Australierin Benita Johnson schockte die afrikanischen

Favoritinnen und gewann Gold in 27:17 Minuten vor den Äthiopierinnen

Ejegayehu Dibaba und Werknesh Kidane. Die 27-jährige Australierin hatte

bereits in den letzten Jahren bei der Cross-WM überzeugt und über die

Kurzstrecke die Ränge sechs (2001), vier (2002) und fünf (2003)

belegt. Außerdem ist sie die WM-Dritte im Halbmarathon 2003. “Ich

kam hierher, um eine Medaille zu gewinnen. Dass es am Ende Gold geworden ist,

auch das überrascht mich nicht. Denn ich bin in der Form meines

Lebens“, erklärte Benita Johnson und fügte hinzu: “Es ist

auch für uns weiße Athletinnen möglich, die Afrikanerinnen zu

schlagen.“

Die einzige deutsche Athletin, die vom Deutschen Leichtathletik-Verband

(DLV) für die Cross-WM nominiert wurde, schlug sich beachtlich in dem

hochklassigen Feld: Susanne Ritter (LG Braunschweig) lief auf Platz 23 in 28:53

Minuten. “Ich bin sehr zufrieden, es war ein gutes Rennen für

mich“, sagte die 25-Jährige, die sich nun auf den Bewag Berliner

Halbmarathon am 4. April vorbereitet, bei dem sie sich für die

Habmarathon-WM qualifizieren möchte. Die zweimalige Cross-Weltmeisterin

Paula Radcliffe (2001 und 2002) hatte aufgrund einer leichten

Oberschenkelzerrung auf die Cross-WM verzichtet.

In einer hochkarätigen Konkurrenz, wie sie vielleicht erst wieder bei

den Olympischen Spielen in Athen aufeinandertreffen wird, setzte sich der

10.000-m-Weltmeister von Paris 2003 schon auf dem ersten Kilometer an die

Spitze. Auf der zweiten Runde ließ Kenenisa Bekele weder dem

3000-m-Hindernis-Weltmeister Saif Saaeed Shaheen (Katar) noch den Kenianern

eine Chance. Zum ersten Mal gewann Kenia über die Kurzstrecke, die seit

1998 zum Cross-WM-Programm gehört, keine Medaille. “Die Kenianer

waren nicht so stark wie ich gedacht hatte“, sagte Bekele und

kündigte im Hinblick auf seinen morgigen Start an: “Ich will noch

ein letztes Mal versuchen, beide Strecken bei der Cross-WM zugewinnen. Daher

habe ich mich für den Doppelstart entschieden.“

Ergebnisse:

Männer, Kurzstrecke (4 km): 1. Kenenisa Bekele (Äthiopien) 11:31,

2. Gebre-egziab Gebremariam (Äthiopien) 11:36, 3. Maregu Zewdie

(Äthiopien) 11:42, 4. Abdullah Ahmad Hassan (Katar) 11:44, 5. Saif Saaeed

Shaheen (Katar) 11:44, 6. Eliud Kibet Kirui (Kenia) 11:45. Mannschaften: 1.

Äthiopien 17 Punkte, 2. Katar 39, 3. Kenia 52.

Frauen, Langstrecke (8 km): 1. Benita Johnson (Australien) 27:17, 2.

Ejegayehu Dibaba (Äthiopien) 27:29, 3. Werknesh Kidane (Äthiopien)

27:34, 4. Alice Timbilili (Kenia) 27:36, 5. Teyba Erkesso (Äthiopien)

27:43, 6. Lornah Kiplagat (Holland) 27:56, ... 23. Susanne Ritter (LG

Braunschweig) 28:53. Teams: 1. Äthiopien 26 Punkte, 2. Kenia 30, 3.

Großbritannien 74.

 

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