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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Die fahrenden MARATHONIS beim real,- BERLIN-MARATHON

Der real,- BERLIN-MARATHON, als erfolgreiche internationale Veranstaltung,

sieht für Uneingeweihte und von Außen, wie ein problemlos von selbst

funktionierendes Unternehmen aus. Dabei lebt es nur von

„Verrückten“, die sich für die gute Sache aufopfern, was

heute nicht mehr alltäglich ist.

Um über 50.000 Teilnehmer „über die Piste“ zu bringen,

ist ein großer Apparat lange vor dem Veranstaltungstag, in der

Veranstaltungswoche – und auch lange danach, bis zum Versand der

Ergebnislisten und Urkunden zu bewegen.

Jede Aufgabe und deren Bewältigung innerhalb der Veranstaltung hat - im

Laufe der vergangenen 31 Jahre des MARATHON - ihr Eigenleben

entwickelt.

Ein Ressort hat zumindest für die TOPS (sprich Athleten), für

die vielen auswärtigen Gäste des MARATHON, den VIPS, der Presse

u.a.m. einen legendären Klang, tragen sie doch dazu bei, alles

möglich zu machen:

Der FAHRDIENST!

Er steht pünktlich am Flughafen, am Hotel, am Start – und

kommt auch ans Ziel – manchmal auch nicht.

Hier einige der vielen Histörchen – die ansonsten Bücher

füllen könnten - rund um den Fahrdienst.

Vielen Dank an die vielen ungenannten Engagierten des Fahrdienstes

– die alles zum „Rollen“ bringen.

Die Internetredaktion

"10" />Ganz Berlin läuft, aber da gibt es in unserer Mitte das

berühmte Gallische Dorf!

Es wird immer größer,

die „Einwohner“ werden immer mehr,

ihr MARATHON hat eine Dauer von 10 Tagen,

sie zeigen Euch den richtigen Weg,

die Dorfbewohner laufen den MARATHON nicht,

sondern fahren mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen.

Die Rede ist von unserem MARATHON Fahrdienst.

Unser gemischtes Team hat momentan eine Stärke von 35 Frauen und

Männern, ist teilweise über Jahre zusammengewachsen, einige sind seit

über 15 Jahren dabei.

Foto rechts: Das ist Kult! Der FAHRDIENST schenkt in jedem Jahr dem

"Star" (hier Shibui) des MARATHON auf der

Abschlußpressekonferenz das berühmte "Fahrdienst-T-Shirt"

mit dem Siegerfoto.

„Alle für einen, einer für alle“ ist bei uns keine

Phrase sondern wird auch gelebt! Freude und Spaß an der Sache werden bei

uns groß geschrieben, wir sind wirklich ein Dream-Team. Von unserem Team

erwarten wir Einsatzwillen und Improvisation. Wenn diese Dinge von jedem

Einzelnen erbracht werden, ist der Rest ein Kinderspiel.

Nicht nur der Führungswagen

Die Aufgaben des Fahrdienst sind sehr umfangreich und dienen nicht nur dazu,

einen – oder mehrere - Führungswagen zu bewegen und den Läufern

und Skatern den rechten Weg zu weisen. Das Besondere an unseren diversen

Aufgaben ist natürlich das Zusammentreffen und Kennenlernen der einzelnen

Athleten, Manager, Betreuer, Sponsorenvertreter, Medienvertreter und

VIPS.

Dass bei derartig großem Aufgabenbereich nicht immer alles reibungslos

abläuft ist wohl normal, denn 100ige Leistungen sind einfach

unmöglich zu erbringen, werden jedoch immer angestrebt von jedem

Einzelnen.

"10" />So hatten unsere Führungswagen zu Zeiten der Olympiabewerbung

Berlins im Jahr 1992 ein unerfreuliches Zusammentreffen mit den Olympiagegnern.

Die Gegner machten sich einen Spaß daraus, den Fahrzeugkonvoi von

Brücken mit Farbbeuteln zu bewerfen. Das war schon eine sehr bunte

Angelegenheit, besonders für die Pressevertreter, die den

Führungskonvoi auf einer offenen Fahrzeugtreppe begleiteten! Auch waren in

diesem Jahr die nagelneuen Fahrzeuge eines großen deutschen

Automobilherstellers in Berlin im Einsatz waren, die 6 Wochen zuvor ihren

Einsatz während der Spiele in Barcelona absolvierten.

Bild rechts: Kurz vor dem Ziel müssen sie raus!

Die "Jagd"

In der Nacht von Freitag auf Samstag vor dem entscheidenden Rennen war der

Fahrdienst zusammen mit anderen führenden Organisatoren des

BERLIN-MARATHON auf der Strecke unterwegs und machte unfreiwillig

„Jagd“ auf unverbesserliche Gegner der Berliner Olympiabewerbung,

die fleissig damit beschäftigt waren, alle Streckenschilder des MARATHON

mit Anti-Olympia-Propaganda zu überkleistern.

Ausgerüstet waren sie gut; Fahrrad, Schal vorm Gesicht, Kleistereimer

umgeschnallt und die Anti-Plakate im Rucksack. Dem Fahrdienst ist es in dieser

Nacht gelungen, zwei Personen der Polizei zu übergeben und diverse noch

kleisterfeuchte Plakate zu sichern, was auch den Ledersitzen der Nobelmarke

eines Deutschen Automobilbauers nichts anhaben konnte. Nun war die Strecke

wieder im alten Glanz hergerichtet und fit, einen Teil zur Bewerbung Berlins

für Olympia 2000 zu leisten. Lief aber trotzdem schief!

Fuji und die vier Tage

Bei einer so großen internationalen Veranstaltung, wie es der

BERLIN-MARATHON nun mal ist, haben wir auch die internationale Presse bzw.

TV-Sender zu betreuen. Bei Fuji TV, einem japanischen TV-Unternehmen, gaben wir

uns besonders viel Mühe.

Unser Team fuhr mit dem Fuji-TV-Team vier Tage die Marathonstrecke ab.

Millimetergenau wurden dabei die Stärke der TV-Signale auf der Strecke

gemessen und notiert. Jeder Baum, jede Brücke und jedes Hochhaus, was das

Übertragungssignal stören könnte, wurde vermerkt.

"10" />An alles wurde gedacht, nur nicht an die Höhe des Brandenburger

Tores. Die Werbebanner die während der Restaurierung des Tores angebracht

waren hingen zu tief, um nicht zusagen sehr tief, als das Führungsfahrzeug

das Tor passierte machte es nur „plopp“ und die Richtantenne hing

seitlich am Fahrzeug. Der japanische Techniker kletterte flink wie ein Affe an

dem fahrenden Wagen empor und befestigte die Antenne wieder so gut wie es unter

diesen Umständen möglich war, Glück gehabt!

Bild rechts: Blick aus dem Führungswagen auf die führenden

Läufer

Vaseline

Einer unserer TOP-Athleten benötigte für seine Vorbereitungen zum

Rennen 500 ml Vaseline! Einem männlichen Fahrer den man mit diesem Auftrag

mitten in der Nacht zu einer Apotheke schickt, gehen dabei sehr peinliche

Gedanken durch den Kopf. Sein rot angelaufenes Gesicht bei der Bestellung und

das Grinsen des Apothekers gaben ihm den Rest, das Gelächter bei uns kann

man sich sicherlich vorstellen.

Der leere Tank

Unsere Zusammenarbeit mit Sponsoren oder besser gesagt mit deren Mitarbeitern

trieb uns schon mal die Schweißperlen auf die Stirn. So hatten wir das

Vergnügen, einen Fahrer gestellt zu bekommen, der dann mit dem

eigentlichen Führungswagen inklusive leerem Tank ins Startgebiet

einfuhr!

20 Minuten vor dem Start wurde dies dann bemerkt, also flott zur nächsten

Tankstelle. Die Sekunden kamen uns wie Stunden vor. Als der Wagen endlich seine

Position einnahm, hatten wir noch 30 Sekunden bis zum Start, das war schon eine

heiße Kiste.

Die Poller

Unserer Presse kann uns wirklich für so manche Story dankbar sein. Einem

unserer Fahrer war nicht bewusst, was die Anwesenheit eines Journalisten der

größten deutschen Boulevardzeitung in seinem Bus während des

Rennens für Auswirkungen haben könnte. Mit Erfolg beschädigte er

eine am Fahrzeug offen gelassene Schiebetür beim rückwärts

fahren.

Leider wurde der Fahrvorgang jäh durch das plötzliche Auftauchen

eines steinernen „Begrenzungspollers“ unterbrochen. Am

nächsten Morgen konnten wir den Unfallbericht mitsamt Fahrernamen,

Geschlecht, Fahrzeugtyp usw. detailgetreu in der Tagespresse nachlesen. Diese

Geschichte wird unser Fahrer wohl bis weit ins Rentenalter immer wieder von uns

hören.

Problem

Technik ist halt Technik und kann auch schon mal nicht so funktionieren wie sie

eigentlich soll. „Houston - wir haben ein Problem“. Der Fahrer

einer unserer Führungswagen hatte nicht definierbare Probleme mit seiner

Fahrzeugtechnik und schlich sich, so hoffte er, unsichtbar ins Ziel.

Schon peinlich wenn man motorisiert nur den 4. Platz belegt. Er bekam daher,

unter großem Gelächter, von uns nur die rostige Blechmedaille

verliehen.

Die Schwingspule ... und noch 10 Sekunden bis zum

Start

Nett war auch unser damaliger Führungswagen mit Schwingspule. Tja, damals

war die Technik in Bussen mit E-Antrieb noch nicht so ausgereift wie in den

Folgejahren. Dieses Fahrzeug konnte nur bei absolutem Stillstand der

Schwingspule gestartet werden. Kurz vor dem Start wurde dieses Fahrzeug vom

Fahrer abgewürgt!

Die Panik bei „Polten“ wurde immer größer, als die

Ansage vom Sprecher zu hören war noch „10 Sekunden bis zum

Start“.

Der Rücken war bei ihm schon nass, als er den Wagen ca. 5 Meter vor dem

ersten Läufer starten konnte und mit einem Kavalierstart das Rennen

eröffnete.

Haltebolzen

Für große Augen bei unseren Athleten sorgte auch die große

Schiebetür in einem Bus, bei der ein Haltebolzen fehlte. Beim Öffnen

der Tür hakte diese sich aus und hing auf halb acht.

Unser Fahrer öffnete ohne eine Miene zu verziehen die Beifahrertür

und arretierte die Schiebetür mit dem Sicherheitsgurt.

Die moderne Technik hat so manches Mal die Tücken im Detail. Wer

„rechnet „ schon damit, dass sich ein Fahrzeug komplett verriegelt

wenn man nicht im Wagen ist. Wenn dann auch noch der Fahrzeugschlüssel im

Wagen ist, hat man schon sehr schlechte Karten.

Die "blue line"!

Unsere berühmte „blue line“ hat uns schon so manche

Nachtschicht arbeiten lassen. Normal würde man denken, dass etwas Farbe

auf die Strassen einer Weltmetropole aufzutragen einfach ist. Im Prinzip ja,

aber ... die liebe Technik hat nun mal auch hier so oft ihre Tücken. Wir

beginnen mit den Markierungen schon in der Nacht vom Montag auf Dienstag in der

Veranstaltungswoche. Durch technische Pannen oder Regen kam es auch schon vor,

dass wir erst 5 Tage später am Samstagmorgen gegen 5.00 Uhr früh die

„blue line“ fertig melden konnten!

Auch wenn das Team nach 10 Tagen völlig ausgelaugt und

übernächtigt nach Hause geht, hören wir immer wieder die

gleichen Worte:

„Schade das es vorbei ist, wir freuen uns schon auf nächste

Jahr“.

Mario Mahn und Frank Tschugg

Fahrdienst des real,- BERLIN-MARATHON

PS: ... wird 2005 fortgesetzt!

 

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