Organisiert von SCC-Events Logo
Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

Newsarchiv

Kurioser Lauf: Apfelsine schieben bis zum Weltrekord

Jeder Langstreckenläufer möchte einen Rekord aufstellen, das ist

klar. Aber wie kommt man dazu, seitdem Bekele, Gebrselassie und Tergat dieses

Feld so stark dominiert haben? Ein ehemaliger Marathonläufer

internationaler Qualität hat die Lösung erfunden. Man suche einen

Weltrekord aus, der so wahnsinnig ist, dass keiner in Addis Ababa oder in den

kenianischen Ngong-Hügeln dafür Zeit verschwenden würde.

So kam der Brite Geoff Wightman, der eine beachtenswerte

Bestleistung von 2:13:17 im Marathon hat bei der EM 1990 in Split

teilnahm, zu seiner Herausforderung: eine Apfelsine nur mit der Nase

viermal rund um die Bahn schieben. Das heißt, eine Meile auf Händen

und Knien auf diese Weise zurückzulegen. Und zwar machte er das nicht an

irgendeinem Datum, sondern am 6. Mai 2004, 60 Jahre nachdem Roger Bannister die

Vier-Minuten-Schallmauer über eine Meile durchbrochen hatte.

Im schwarz und hellblaugestreiften Trikot der Dartford Harriers, einem

renommierten Verein in Süd-London, ging er zur Startlinie. Die

Vorbereitung war perfekt absolviert, dreimal war er im Kampf gegen die Uhr

bereits über 400, 800 und 1200 Meter gekrochen. Nur waren Nase und Knie

bestimmt empfindlicher geworden.

Zur Seite standen der Mann mit der Stoppuhr, ein Zweiter war mit Videokamera im

Dienst, und eine Menge Wightmans Vereinskameraden waren gekommen, um

Unterstützung zu geben. Wenn auch nicht richtig in der Rolle des

Tempomachers, so war sein Bruder Derek auch an der Startlinie: er startete 30

Sekunden danach.

Erfolg und Weltrekord mit 44 Minuten und 22 Sekunden

Die Uhr zeigte kurz vor halb sechs, es ging los! Sein Bruder gab nach drei

Runden in 42 Minuten auf, aber Geoff kroch bis zum Ziel: Erfolg und Weltrekord

mit 44 Minuten und 22 Sekunden. Damit hat Geoff Wightman seinen Platz im

"Guinness Book of Records" verdient. Wem hat er den Rekord genommen?

Keiner weiß das, aber der bejubelte Weltrekordler gab zu, er würde

es nie wieder versuchen, da ihm Nase, Knie und Bauchmuskeln so weh

taten!

Und zuletzt noch etwas Kurioses: es schlug kurz nach sechs Uhr abends,

fast zur gleichen Zeit vor genau 60 Jahren hatte Roger Bannister an der

Iffley Road in Oxford seinen Platz in der Leichtathletikgeschichte

erreicht.

Andy Edwards

 

Anzeige

Anzeige

Newsletter

Melde Dich zu unserem kostenlosen Newsletter an