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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Olympia Laufserie (VII): 10.000 Meter mit Berhane Adere

DIE SITUATION

Reifen kann man vielleicht mehrmals im sportlichen Leben. Nach ihrem Triumph

bei den Weltmeisterschaften 2003 in Paris ist Berhane Adere die klare Favoritin

für den olympischen Titel, da viele Hinweise deuten darauf, dass die

Britin Paula Radcliffe den Marathon der Bahn in Athen vorziehen wird.

Es fällt schwer, andere Rivalen auf das gleiche Niveau zu setzen,

besonders wenn man sich an Aderes knapp über 30 beeindruckende Minuten im

Stade de France erinnert. Ihre Landsfrau Derartu Tulu hat den olympischen Titel

in Sydney gewonnen. Werknesh Kidane, ebenfalls aus Äthiopien, war

WM-Zweite und Sun Yingjie aus China wurde Dritte in Paris 2003. Aber Adere, die

ihren 31. Geburtstag einen Monat vor dem olympischen Auftakt feiert, bleibt die

Nummer eins.

BERHANE ADERE – EINMALIG IN PARIS

Sie ist schon immer eine gute Läuferin gewesen, gewann afrikanische

Titel auf der Bahn bereits vor 10 Jahren. Aber mit ihrem Sieg im

10.000-m-Rennen schrieb sie bei der WM 2003 ein Stück Geschichte. Adere

lief 30:04,18 Minuten, die drittschnellste Zeit aller Zeiten, afrikanischen

Rekord und schaffte eine persönliche Verbesserung um 45 Sekunden. In

schnellem, hartem Tempo hatte Sun Yinjie die 4.000 m passiert. Sofort durch

ihren Laufstil erkennbar – die Arme fast beweglos – zeigte die

Chinesin, dass sie eine gefährliche Gegnerin ist. An der Spitze waren Sun,

Adere und die ehemalige Kenianerin Lornah Kiplagat, die jetzt für die

Niederlande startet. Bei 6.000 m hatte die amtierende Weltmeisterin Derartu

Tulu wegen Magenkrämpfen aufgegeben. Adere und die anderen (Sun, Kiplagat

und Werknesh Kidane, die Cross-Weltmeisterin über 8km) waren sowieso

weg.

Adere, Sun und Kidane gingen in die letzte Runde. 300 Meter vor dem Ziel

griff Adere an und war nicht zu schlagen. Auf den Plätzen zwei bis 16

waren nie zuvor über 10.000 m der Frauen so gute Zeiten gelaufen worden.

Als Siebente stellte die Chinesin Xing Huina einen Juniorinnen-Weltrekord mit

30:31,55 auf.

Kann Berhane Adere es wieder schaffen? Im Vergleich zu den

Weltmeisterschaften, zeigt ihre Laufbahn bis jetzt wenig Erfolg bei Olympia:

nur 18. Platz über 10,000 m in Atlanta und Rang 12 in Sydney 2000. Nach

dem Millennium fand sie ein neues Leistungsniveau. Seit der Silbermedaille bei

der WM 2001 in Edmonton kam auch Erfolg auf der Straße: Adere gewann 2002

den Halbmarathon-WM-Titel und im folgenden Jahr kam sie als Zweite hinter Paula

Radcliffe ins Ziel. Auch in der Halle war fast eine neue Läuferin zu

sehen, mit Gold und Silber bei den Weltmeisterschaften 2003 und 2004. Zweimal

hat sie Hallenweltrekorde aufgestellt.

Der Weg nach Olympia ist selten ohne Schwierigkeiten. Doch es spricht

manches dafür, dass Berhane Adere einen olympischen Titel mit nach Hause

nehmen wird.

 

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