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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Riesenstimmung bei der Marathon-Premiere in Mannheim

“Wir haben nicht nur den Mannheimern Beine gemacht, sondern auch die

Bevölkerung für den Marathonlauf begeistern können“,

fasste Sportchef Wilfried Raatz die Premiere des MLP Marathon Mannheim bei der

Pressekonferenz nach sechs Stunden “Powerlauf“ durch Mannheim

zusammen. Selbst die Sieger Leszek Beblo aus Polen und Kathrin Weßel vom

SCC Berlin waren erstaunt über die Begeisterung entlang der Strecke.

“Mannheim hat sich mit diesem Marathonlauf auf Anhieb einen Platz in der

Spitzengruppe der deutschen Marathonläufe gesichert“, sagten unisono

die beiden Premierensieger. Auch wenn die Siegerzeiten von 2:19:44 und 2:45:58

Stunden nicht unbedingt im Bereich des Erwarteten lagen, die Stimmung am

Wasserturm und entlang der Strecke zwischen der Oststadt, am Neckarufer, in der

Neckarstadt und in den Quadraten war ausgesprochen gut und entschädigte

für die umfangreiche Vorbereitungsarbeit der Organisation um die

ausrichtende Agentur May Prosports Consult GmbH. “Die Premiere ist uns

gelungen, auch wenn wir nicht verhehlen, dass es einige markante Schwachstellen

gab, die es in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen dem Veranstalter, den

städtischen Gremien, der Polizei und dem Verkehrseinrichtungen zu

diskutieren gilt und entsprechende Konsequenzen für die zweite Auflage am

21. Mai 2005 zu ziehen“.

Über 5.800 Anmeldungen haben die Attraktivität Mannheims als

Marathonstadt und die Bedeutung für die Region im Schnittpunkt der

Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nachhaltig

unterstrichen. Selten hat eine Marathonpremiere so viele Beine bewegt,

schließlich konkurrieren immerhin 120 Veranstalter bundesweit um die

Marathonklientel. “Der Druck war nicht unerheblich“, gestand

Wilfried Raatz ein, “schließlich haben uns sehr, sehr viele

Läufer im Vorfeld mit Vorschußlorbeeren bedacht, weil das Konzept

eines Dämmermarathons schon ein Alleinstellungsmerkmal auf der deutschen

Marathonlandkarte garantierte!“

5.878 Starter umfasste die Meldeliste für den ersten MLP Marathon

Mannheim einschließlich aller Rahmenwettbewerbe. Auch wenn das

Hauptaugenmerk auf dem Wettbewerb über die olympische Distanz

einschließlich des Team-Wettbewerbs galt, die attraktiven Wettbewerbe der

Handbiker und Rollstuhlfahrer sowie Inliner auf der Halbdistanz begeisterten

die Zuschauer entlang der Strecke nicht minder. Vor allem die schnellen

Handbiker faszinierten allenthalben, zumal es bei den Topfahrern um die

Startplätze bei den Paralympics ging. Die beiden starken

holländischen Fahrer Johan Reekers und Cefus Bouman sorgten für ein

“Höllentempo“ und bewältigten die Distanz in schier

unglaublichen 1:09:48 bzw. 1:09:49 Minuten und jubelten im Ziel über die

geschaffte Olympiaqualifikation. Aber auch der Dritte jubelte nicht minder,

denn der inzwischen in Darmstadt lebende Florian Sitzmann vom Team Sopur

schaffte den ersehnten Sprung in die deutsche Olympiamannschaft. Hinter zwei

weiteren holländischen Fahrern holte der mehrfache Olympiasieger Errol

Marklein Rang sechs und wahrte damit seine Anwartschaft auf einen Platz im

deutschen Team. Im kleinen Feld der Frauen war Lily Anggreny einmal mehr nicht

zu schlagen und hatte mit 1:32:42 Stunden mehr als zehn Minuten Vorsprung vor

Katja Lüke.

Im Inline-Halbmarathon setzte sich mit Richard Schäfer ein Mannheimer

in 34:35 Minuten hauchdünn vor seinem Teamgefährten vom Polar Speed

Team Tobias Beute durch. Bei den Frauen schaffte Sandra Hirsch vom SSC Meissen

den Sprung auf das Treppchen, in dem sie sich hauchdünn gegen Sabine

Blöcher durchsetzen konnte.

Und dann war die Bühne frei für die Marathonläufer. Tosender

Jubel empfing den Mann mit der Startnummer 1, den Polen Leszek Beblo. Der

zweifache Olympiastarter ließ zunächst die beiden Äthiopier

Gamachu Roba und Turbe Bedasso an der Spitze zusammen mit dem ebenfalls aus

Polen stammenden Tempomacher Miroslaw Plawgo gewähren, um sich dann nach

25 km an die Spitze zu setzen. Von nun wurde es ein einsames Rennen für

den 38jährigen Routinier, der mit 2:19:44 Stunden zwar nicht die

große Klassezeit erzielen konnte, aber einmal mehr die

Zuverlässigkeit in Person war. Die beiden Afrikaner hingegen hatten

gesundheitliche Probleme: Turbe Bedassos hatte nach 30 km Probleme mit der

Oberschenkelmuskulatur und musste das Tempo stark reduzieren, kam aber dennoch

als Zweiter ins Ziel. Gamachu Roba hingegen wurde sogar wegen völliger

Dehydrierung ins Krankenhaus gebracht. Völlig überraschend kam mit

Thomas Meinecke schon der Sieger der gleichzeitig integrierten Deutschen

Hochschulmeisterschaften ins Ziel. Der Student der TU Ilmenau schaffte 2:33:10

Stunden.

Lange warten musste Mannheims Oberbürgermeister Gerhard Widder als

Schirmherr der Veranstaltung mit dem Zielband auf die Frauensiegerin. Zwar

hieß diese wie erwartet Kathrin Weßel, doch die Berlinerin im

Trikot des SCC Berlin hatte mit erheblichen Magen-Darmproblemen zu kämpfen

und büßte mit fünf “Boxenstopps“ eine schnellere

Endzeit ein. Mit 2:45:58 Stunden war ihr Sieg allerdings ungefährdet.

“Das war ein harterkämpfter Sieg“ gestand Kathrin Weßel

später ein. “Schließlich möchte ich meine Karriere mit

einem Marathonsieg beenden. Deshalb kam ein Ausstieg für mich

überhaupt in Betracht. Am Wochenende, dem 22. Mai möchte ich zudem

noch beim AVON RUNNING Berliner Frauenlauf im Tiergarten die 10 Kilometer

laufen“. Die Berlinerin möchte mit nunmehr 38 Jahren ihre lange und

erfolgreiche Saison Ende des Jahres beenden. Und dann kam ein überaus

dickes Lob für den Veranstalter: “Die Organisation war sehr gut, die

Stimmung auf der Strecke wirklich klasse!“ Knapp zweieinhalb Minuten

später kam ihre schärfste Widersacherin Ledysha Biwott ins Ziel,

gefolgt von der Darmstädterin Jeannette Vrga, die mit 2:52:35 Stunden ihr

angestrebtes Ziel, in Mannheim die Olympianorm zu schaffen, deutlich verpasste.

Auf Rang vier holte sich Julia Alter vom TV Rheinau nicht nur das vierte

Preisgeld, sondern auch den Regio-Cup – und durfte sogar mit ihrer

Endzeit von 2:54:33 Stunden ebenso wie zufrieden Constanze Wagner sein, die als

Fünfte noch unter der begehrten Drei-Stunden-Marke blieb.

400 Teams sorgten für eine phantastische Belebung auf der Strecke,

schließlich tummelten sich auf dem Zwei-Runden-Kurs zusätzliche 1600

Läufer. Viele Betriebsmannschaften und einige Schulteams sorgten dabei mit

ihren Fans für eine tolle Stimmung. Natürlich sorgten die

leistungsorientierten Läufer für die schnellsten Zeiten: Bei den

Frauen hatte Andreina Byrd als Schlussläuferin der MTG Mannheim die

Genugtuung, als erste Frau ins Ziel einlaufen zu können. 2:41:35 Stunden

schnell waren Tina Tremmel, Stephanie Sosnowski, Daniela Kenty und Andreina

Byrd. Auch bei den Männern siegte ein “Promi-Team“. Der TV

Hatzenbühl ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, um vor

großer Kulisse seine leistungsstarke Mannschaft zu präsentieren. Der

frühere deutsche 10 000 m-Meister Thomas Greger durfte sich ebenso im Ziel

feiern lassen, schließlich lagen die Pfälzer wie später auch

die MTG-Frauen vor dem schnellsten Individualisten. Im großen Feld der

Teamläufer auch die Weltklasse-Triathleten Normann Stadler und Alexander

Taubert.

-wira

 

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