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TDK Golden League in Brüssel: Kenenisa Bekele läuft Weltrekord

Kenenisa Bekele hat dem hochklassigen TDK Golden League-Spektakel in Brüssel die Krone aufgesetzt. Der äthiopische Ausnahmeläufer brach beim 29. Ivo van Damme Memorial vor rund 48.000 Zuschauern im ausverkauften Stade Roi Baudouin seinen eigenen 10.000-m-Weltrekord. 26:20,31 Minuten war Kenenisa Bekele im vergangenen Jahr in Ostrava gelaufen. In Brüssel war der 23-Jährige nach 26:17,53 im Ziel.

Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem neuen Weltrekord hat Kenenisas Bruder Tariku. Der 18-Jährige machte bis zur Hälfte des Rennens das Tempo. Nach 13:09,19 Minuten war die 5.000-m-Marke erreicht. Und kurz danach war Kenenisa Bekele auf sich alleine gestellt. Standing Ovations begleiteten den Äthiopier bei seiner Rekordjagd. Und am Ende war eine 60-Sekunden-400-m-Runde gefragt, um den Weltrekord zu brechen. Kenenisa Bekele rannte 57,09 Sekunden – das Stadion tobte, der Rekord war gebrochen, und der 1,60 m kleine Läufer wurde groß gefeiert.

„Hier war heute alles perfekt – das Wetter, die Pacemaker, die Zuschauer“, erklärte Kenenisa Bekele, der die Saison nach seinem Weltrekord beendete. Hochklassig waren auch die Zeiten der nächstplatzierten Läufer. Boniface Kiprop (Uganda) wurde Zweiter in 26:39,77 Minuten. Das ist die zwölftbeste Zeit aller Zeiten. Der drittplatzierte Kenianer Samuel Wanjiru stellte mit 26:41,75 Minuten einen Junioren-Weltrekord auf. Hier hatte die alte Mark bei 27:04,00 (Kiprop) gestanden.

Eine mitreißende Weltrekordjagd zeigte Saif Saaeed Shaheen im 3.000-m-Hindernislauf – auch wenn es am Ende nicht ganz für eine neue Bestmarke reichte. Der für Katar startende frühere Kenianer war schon kurz nach der Hälfte des Rennens auf sich alleine gestellt. Nach 5:16 Minuten passierte er die 2000-m-Marke und war genau im Zeitplan, um seinen eigenen Weltrekord von 7:53,63 Minuten zu brechen. Doch am Ende reichte es in 7:55,51 Minuten nicht ganz. Immerhin war es die drittbeste Zeit aller Zeiten. Und der zweitplatzierte Simon Vroemen (Niederlande) stellte mit 8:04,95 Minuten einen neuen Europarekord auf. Dritter war Brahim Boulami (Marokko) in 8:07,48.

In Brüssel haben hochklassige Langstreckenrennen Tradition. So gab es auch ein 5.000-m-Rennen der Männer. Hier siegte Eliud Kipchoge (Kenia) in 12:50,22 Minuten ganz knapp vor dem am Ende stark aufkommenden Marokkaner Abderrahim Goumri (12:50,25) und Weltmeister Benjamin Limo (Kenia/12:55,26).

Der vermeintliche WM-Favorit über 1.500 m, Daniel Komen, war in Helsinki sensationell im Vorlauf gescheitert. Nun zeigte der Kenianer seine Qualitäten. Mit einem langen Spurt siegte er in 3:31,13 Minuten und besiegte den Weltmeister Rachid Ramzi (Bahrain/3:32,81). Ivan Heshko (Ukraine/3:32,95) wurde Dritter. „Ich wusste, dass ich den Weltmeister schlagen kann. Ich hätte dies auch bei der WM tun sollen. Vielleicht wäre es besser gewesen, hier Zweiter gewesen zu sein und in Helsinki erster“, erklärte Daniel Komen.

Die 800 m der Frauen gewann die Spanierin Mayte Martinez mit einem starken Schlussspurt in 2:00,66 Minuten vor Tatyana Andrianova (Russland/2:01,09) und Hazel Clark (USA/2:01,15). Im Gegensatz zu Helsinki, als er Zweiter wurde, timte Russlands 800-m-Olympiasieger Yuri Borzakovskiy dieses Mal seinen gefürchteten Schlusspunkt haargenau. In 1:44,54 siegte er mit vier Hundertstelsekunden Vorsprung vor Youssef Saad Kamel (Bahrain/1:44,58). Dritter war der Kanadier Gary Reed in 1:44,93.

Das Meeting hatte bereits mit einem läuferischen Höhepunkt angefangen: Im 5.000-m-Rennen der Frauen wurde Weltrekordtempo angeschlagen. Pacemakerin Olga Komyagina (Russland) fürhte das Feld nach 5:45,13 Minuten durch die 2.000-m-Marke. Das Tempo wäre gut gewesen, um den Rekord der Türkin Elvan Abeylegesse zu verbessern (14:24,68). Aber als die Spitzengruppe ohne Tempomacherinnen weiter laufen musste, wollte keine die Initiative übernehmen.

So fiel am Ende zwar kein Weltrekord, aber immerhin der Afrikarekord: Olympiasiegerin Meseret Defar (Äthiopien) hatte sich mit einem langen Spurt und einer 400-m-Zeit von knapp über 60 Sekunden in der letzten Runde gegen ihre Landsfrau Berhane Adere durchgesetzt. Defar lief 14:28,98 Minuten, Adere war nach 14:31,09 im Ziel. Auch Rang drei ging an eine Äthiopierin: Ejegayehu Dibaba lief 14:37,34. „Während des Rennens habe ich nie an die Zeit gedacht, ich habe einfach nur gekämpft. Daher bin ich sehr froh über diesen Afrikarekord“, erklärte Meseret Defar. Nicht über Rang zehn in 15:10,76 Minuten kam Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) hinaus.

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