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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Der Swiss Alpine Marathon wird 20 Jahre alt.

In Kooperation mit RUNNER’S WORLD erscheint hier jeden Monat ein Thema aus dem aktuellen Heft.

Das Unmögliche probieren. Andrea Tuffli ist ein Trendpionier. Es

muss die Höhenluft gewesen sein, welche die Phantasie von Andrea Tuffli

damals in den achtziger Jahren beflügelte. Hinter Bergün, dem Bergdorf

am Fuße des Albulapasses, der hinüber ins Engadin führt, verbringt

Familie Tuffli nämlich seit vielen Jahren Ferien und freie Tage in

ihrem Maiensäss, wie man die Almhütten dort nennt. Hinter Bergün steigt

der Weg immer steiler an, bis er an den 2740 Meter hohen Sertigpass

gelangt und von dort hinab in ein Tal führt, von dem aus man nach

einigen Kilometern in Davos landet.

Da Andrea Tuffli in seiner Freizeit dem Laufsport frönte und auch

schon Marathonerfahrung besaß, war der Gedanke nicht ganz abwegig,

diesen Bergpfad als Teil eines großen Ganzen zu sehen, damals in den

Somertagträumen da oben vor dem Maiensäss. Ein Laufwettbewerb, der in

längeren Passagen durch hochalpines Gelände führt, das müsste doch zu

bewältigen sein von Läufern, die zum Beispiel den 100-km-Lauf von Biel

schaffen, dachte sich der heute 63 Jahre alte Ingenieur aus Chur.

Dieser Ultra-Klassiker im Schweizer Mittelland hatte Mitte der

achtziger Jahre immerhin rund 4000 Teilnehmer.

Die Schweiz erlebte in den achtziger Jahre einen ersten Lauf-Boom.

Die Zielgruppe war also vorhanden, auch das Tourismusbüro in Davos

signalisierte Interesse, schließlich war dies eine willkommene

Gelegenheit, leere Hotelbetten zu füllen in dem für seinen Wintersport

bekannten Ort, der im Sommerhalbjahr Wanderer und Mountainbiker

anzieht, aber nicht gerade überlaufen ist.

Die Premiere des Swiss Alpine Marathons 1986 war ein Erfolg, und

nach wenigen Jahren war er eine feste Größe im Terminkalender

ambitionierter Marathon- und Ultraläufer. Der Lauf selbst wird getragen

von einer komplexen Infrastruktur aus Helfern und Material. Ein großer

Streckenteil, rund 20 Kilometer, führt durch alpines Gelände, das nur

zu Fuß bzw. mit dem Helikopter erreichbar ist. Ohne die fliegenden

Helfer der Heli Bernina ginge gar nichts bei diesem Lauf. Das Wetter

spielt bei dieser Großveranstaltung ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Meist war es gut. Viermal kamen Nachmittagsgewitter auf, zweimal (1991

und 1993) stand der Lauf auf der Kippe, doch die Ersatzroute, die für

derartige Situationen festgelegt ist, wurde bisher noch nicht

beansprucht.

Andrea Tuffli ist zweifelsohne einer der Pioniere unter den

europäischen Laufveranstaltern, und wie es sich für Vordenker gehört,

bastelt er ständig an seinem Lauf, versucht mit Optimierungen und

Veränderungen neue Attraktivität zu schaffen. Imitiert haben sie den

Swiss Alpine Marathon natürlich auch, nachdem er sich in der Laufszene

etabliert hatte, in Lenzerheide, in Benken (Liechtenstein), in Zermatt,

in Oberstaufen. Einzig der Jungfrau-Marathon wurde bisher ein Renner.

Doch wie so oft sticht nur das Original aus der Vielzahl hervor. Der

Name, die Strecke, das Ambiente, das Marketing: im internationalen

Vergleich und auf internationalem Parkett kann sich Tuffli mit seinem

Produkt sehen lassen, was man nicht von jedem Imitat sagen kann. Einer

muss eben der erste sein.

Einmal, 1988, lief Tuffli die lange Strecke selbst mit. Zwischen Bergün

und Sertigpass war es, als er an einer Verpflegungsstation einen lauten

Fluch ausstieß und in seinem Bündner Tonfall denjenigen irgendwohin

wünschte, der diesen Lauf erfunden hat.

Editorial von Thomas Steffens, Chefredakteur

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