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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Julio Rey – der König an der Alster

Der 33jährige Spanier Julio Rey ist der König an der Alster. Nach

seinen Siegen 2001 und 2003 dominierte Rey auch bei der 20. Auflage des

Hamburg-Marathon, der seit 2003 Olympus Marathon Hamburg heißt. Nach

dem frühen Ausscheren aus der "afrikanischen Spitze" war der

Vizeweltmeister von 2003 praktisch schon nach 25 km alleine auf sich

angewiesen. Mit 2:07:38 Stunden verpasste der Spanier bei strahlendem

Sonnenschein, 700 000 Zuschauern an der Strecke, aber störendem Wind

die von Martin Lel beim London-Marathon aufgestellte

Jahresweltbestleistung nur um 12 Sekunden, den von ihm selbst

gehaltenen Kursrekord um 11 Sekunden. Frappierend dabei die

Leistungsdichte von Julio Rey, der mit einer Streuung von nur 18

Sekunden bei seinen drei Auftritten an der Alster seine absolute

Weltklassezugehörigkeit untermauern konnte und wie kaum einer der

Topathleten eine Garantie auf 2:07er Endzeiten zu sein scheint.

Aber es war nicht nur ein Feiertag für Julio Rey, sondern auch für die

kenianische Debütantin Edith Masai, die ihren ersten Versuch nach einer

insgesamt vierzehnwöchigen Vorbereitungsphase in Njambini auf 2 200 m

Höhe mit dem Sieg in 2:27:06 Stunden abschloss und nach ihren drei

Cross-Weltmeisterschaften mit nunmehr 38 Jahren eine

Langstreckenkarriere anstrebt. In der sportlichen Bilanz der

Jubiläumsveranstaltung passt auch die neue Weltrekordzeit des blinden

Henry Wanyoike, der im zweiten Marathon innerhalb von nur einer Woche

mit 2:31:31 die zweite Verbesserung schaffte. Jubel auch bei Claudia

Dreher, die nach längerer (Marathon-)Durststrecke endlich wieder einmal

eine auch international relevante Endzeit auf den Asphalt legte. Mit

2:29:49 Stunden schaffte sie nicht nur hinter Edith Masai und der Polin

Malgorzata Sobanska mit Rang drei den Sprung auf das Treppchen, sondern

unterbot auch das vom DLV für die Teilnahme bei den Weltmeisterschaften

in Helsinki geforderte Limit von 2:32 Stunden deutlich.

Rey: „Mein Ziel war, spanischen Rekord zu laufen!“

„Ich bin froh, dass ich gewonnen habe“, gestand Julio Rey im Ziel,

„auch wenn ich eigentlich nach Hamburg gekommen bin, um spanischen

Rekord zu laufen“. Diesen hält seit 1999 nämlich Fabian Roncero mit

2:07:23 Stunden. Und hat auch zugleich den Grund parat, weshalb es bei

der 20. Auflage des Hamburg-Marathons nicht geklappt hat: „Wenn ich

heute nach 30 km noch einige gleichwertige Gegner gehabt hätte, wäre

auch eine Zeit unter 2:07 möglich gewesen!“ In der Tat, den

Drei-Minuten-Takt musste Rey erst dann verlassen, als er in der

stimmungsvollen City Nord alle Mitstreiter zermürbt zurücklassen

musste. Überraschend setzte sich im Kampf um Rang zwei der kenianische

Debütant Wilfred Kigen in 2:09:18 vor dem Äthiopier Jote Ashebir

Demissu (2:10:40) und Jacob Losian (2:11:49).Dmitri Baranovski lief als

Fünfter mit 2:11:57 Hausrekord und war damit Stärkster der

osteuropäischen Armada.


Schwarzer Sonntag für Martin Beckmann

Zum schwarzen Sonntag wurde der Start für Martin Beckmann, der von

Michael Buchleitner glänzend bis zur 25 km-Marke geführt wurde, dann

aber weitgehend auf sich alleine gestellt, ziemlich einbrach und mit

indiskutablen 2:19:16 als Siebzehnter ins Ziel einlief. „Ich hatte

Muskelschmerzen, aber so stark, wie ich diese noch nie hatte“, gestand

Martin Beckmann im Ziel. „Das ist mein schlechtestes Marathon-Ergebnis,

das ich jemals zusammengelaufen bin. Am Ende konnte ich nur noch

joggen. Da ging nichts mehr!“


Edith Masai: Nach Hamburg nun New York? 

„Ich bin happy“, freute sich Edith Masai vor Journalisten. „Für mich

war es natürlich wichtig zu finishen, vor allem, weil es mein erster

Marathon ist!“  Und mit Blick auf kommende Aufgaben: „Das nächste

Mal muss es natürlich schneller sein“. Wann und wo dieses allerdings

sein wird, das möchte Edith Masai erst nach der WM in Helsinki

entscheiden, wo sie die 10 000 m laufen möchte. „Ich kann mir gut New

York vorstellen“, meint Dorothee Paulmann, ihre deutsche Managerin,

„weil dort wie auch in Hamburg ASICS Sportsponsor ist“. Nach ihrem

„Hamburger Experiment“ (so Edith Masai) weiß die Kenianerin allerdings

auch, dass die 42,195 km-Distanz ihre eigenen Gesetze schreibt. „Auf

den letzten fünf Kilometern habe ich gesehen, dass ein Marathon nicht

leicht ist!“ Und daran muss die 38jährige dreifache Cross-Weltmeisterin

fleißig arbeiten, denn nach dem zu frühen Ausscheren ihrer Tempomacher

Vincent Krop und Michael Wafula Kituy war die Novizin zu früh alleine

auf sich angewiesen.       


Claudia Dreher zum zweiten Mal unter 2:30 Stunden

Ganz im Gegensatz dazu die Verfolgerinnen, auch wenn mit der 10 000

m-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Fernanda Ribeiro eine der großen

Mitfavoritinnen abgesagt hatte. Nachdem die früh zurückgefallende

Vorjahressiegerin Emily Kimuria für Rang zwei nicht mehr in Betracht

kam, konzentrierte sich hier der Kampf um die Plätze auf die

2:25-Läuferin Alina Ivanova, Malgorzata Sobanska, Kutre Dulecha und

erfreulicherweise auf Claudia Dreher. Diese wirkte in dieser Gruppe

stets einsatzfreudig und behielt auch in der „ruppigen Phase“, so die

Gänsefurtherin über den rennentscheidenden Abschnitt nach der

Halbdistanz, den Überblick. Während der Polin Sobanska ein

entscheidender Vorstoß gelang, hielt Claudia Dreher ihre beiden starken

Konkurrentinnen in Schach – und sicherte sich überraschend Rang drei.

„Ich bin rundherum zufrieden, denn endlich bin ich wieder einmal unter

2:30 gelaufen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich über einen

dritten Platz so gefreut habe wie heute!“


Dagegen braucht die junge Stephanie Maier noch Zeit für eine

Marathon-Entwicklung. Die Freundin von Martin Beckmann lief in Hamburg

ein braves Debüt, klagte über ihren zwangsweise erforderlichen

Alleingang im Schlussdrittel und musste bei ihrem Debüt mit 2:40:36

zufrieden sein. Dagegen kehrte Melanie Kraus nach längerer Durststrecke

in Hamburg leider nur bis zur Streckenhälfte auf einem guten Wege zur

2:30er Endzeit. In Blickweite zur Dreher-Gruppe baute sie allerdings im

zweiten Abschnitt so deutlich ab, sodass die 2:34:30 kaum als

Offenbarung für weitere Planungen gelten können.


Wilfried Raatz


Ergebnisse über www.mika-timing.de

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