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Save the Date 28. September 2019

Newsarchiv

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Kommentar zum 30. real,- BERLIN-MARATHON 2003

Einmal mehr dokumentierte dieser Marathon die faszinierenden Seiten des Sports.

Die Rekord-Beteiligung von insgesamt rund 50. 000 Aktiven – inclusive der

Skater und Schüler – mag dabei für die Statistik wichtig sein;

ebenso die neue fabelhafte Bestzeit als Indiz für die ungeheure

menschliche Leistungsfähigkeit. Mir scheinen aber andere Aspekte

wichtiger:

Spitzen- und Breitensportler nehmen die Strecke gemeinsam in Angriff. Junge

und Alte, Frauen und Männer, Deutsche und Dänen – neben

Startern aus 89 weiteren Ländern – , Menschen mit und ohne

Handicaps: Sie alle absolvierten die 42,195 Kilometer lange Strecke quer durch

die Hauptstadt – oder versuchten es wenigstens. Während die Spitze

natürlich in erster Linie an Bestzeiten und Prämien interessiert ist,

genießen viele Tausend diesen Lauf. Sie zelebrieren ein Fest,

kostümieren und freuen sich: Über ihre Leistung und das Publikum.

Hunderttausende, vielleicht sogar mehr als eine Million am Straßenrand,

werden derweil nicht müde, Beifall zu klatschen, die Läuferinnen und

Läufer mit Pfeifen und Schellen, Rasseln und Glocken anzufeuern. Dieses

Wechselspiel zwischen sportlicher Leistung und Begeisterung lässt viele

noch Wochen danach schwärmen.

Berlin bot bei dieser 30. Auflage aber noch mehr: Die Läufermesse mit

zahlreichen Angeboten – auch medizinischen Tipps – war ebenso

gefragt wie manch andere Veranstaltung, bei der es eher besinnlich zuging. Seit

Jahren zählen Lesungen und Andachten zum festen Rahmen-Programm. Kurzum:

Die kulturelle Bedeutung des Laufens hat in Berlin inzwischen eine lange und

lebendige Tradition.

Bemerkenswert – und da mögen die Rekord-Zahlen und Daten in der

Tat wichtig sein – ist unter dem Strich, dass eine ganz einfache Sportart

diese Massen-Bewegung ausgelöst hat. Während andere ringsherum eine

Art Zirkus veranstalten, um ihrer Disziplin zu entsprechender Aufmerksamkeit zu

verhelfen; während sich manche sogar entblättern, um Kameras auf sich

zu lenken, sorgt hier die einfachste Fortbewegung des Menschen, das simple,

ungeschminkte Laufen für die Begeisterung der Massen. Authentisch die

Aktiven, ehrlich die Passiven – der BERLIN-MARATHON lieferte einmal mehr

ein geeignetes Modell weit über den Sport hinaus.

 

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