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Zum Tod von Ekkehard zur Megede - das Kürzel z.M. war in der Welt der Leichtathletik ein Begriff

Ekkehard zur Megede, international anerkannter Leichtathletik-Journalist und

–Statistiker, der viele Jahre auch sporthistorische Beiträge

für das Programmheft des BERLIN-MARATHON geschrieben hat, ist am

Donnerstag in Berlin im Alter von 78 Jahren verstorben.

Nach dem Abitur am Realgymnasium in Arnswalde (Pommern) kam der am 19.

November 1926 in Reetz (Pommern) geborene Ekkehard zur Megede Ende 1945 zu

einer Tante nach Berlin.

Sein großes Interesse für die Leichtathletik war Anstoß dazu,

Sportjournalist zu werden. Seine Bewerbung bei der in Tempelhof im alten

Ullsteinhaus mit amerikanischer Lizenz erscheinenden Tageszeitung „Der

Tagesspiegel“ hatte Erfolg, und 1946 begann er ein Volontariat beim

Tagesspiegel.

Sein Engagement war Grund dafür, dass er nach Abschluss der Ausbildung

als Sport-Redakteur übernommen wurde. Dort lernte er auch seine

spätere Frau kennen, mit der er drei Kinder hatte. Die zwei Söhne

leben in Berlin, die Tochter starb vor etwa zehn Jahren, was ihn sehr traf.

Ekkehard zur Megede verließ in den 50er Jahren für einige Jahre

den Tagesspiegel und übernahm bei dem seit 1950 wieder unter Leitung von

Heinz Cavalier im Verlag Bartels & Wernitz in Berlin-Charlottenburg

erscheinenden Fachorgan „Leichtathletik" die Redaktion des

Auslandsteils. Er schrieb außerdem viele Artikel, Serien und Berichte von

Großereignissen in der Leichtathletik - Europameisterschaften,

Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Aufgrund seiner Verbindungen war

es Ekkehard zur Megede, der oft die Stars für das internationale

Leichtathletik-Sportfest ISTAF, das heute noch, bzw. wieder im Olympiastadion

stattfindet, vermittelte.

1963 ist er wieder zum Tagespiegel zurückgekehrt und war fortan

Stellvertretender Ressortleiter der Sportredaktion. Seine Kommentare und

Überschriften bei lokalen Berliner Leichtathletikereignissen waren

geschätzt - und manchmal aufh gefürchtet - , so war die

Überschrift zum 1. Berliner Cross-Country-Lauf am Teufelsberg 1964 als der

Mittelstreckenstar Bodo Tümmler (SCC) Bernd Dieter Hecht (PSV) auf der

Ziellininie abfing: "Da flog der Tümmler an dem Hecht vorbei"

ein geflügeltes Wort in der Szene geworden.

Ekkehard zur Megede schrieb aber im Laufe der Zeit auch Artikel und Kommentare

für andere große Zeitungen wie beispielsweise die Frankfurter

Allgemeine Zeitung (FAZ).

Nach seiner Pensionierung 1990 war er bis vor zwei Jahren gelegentlich noch

als Freier Journalist tätig. Das Kürzel z.M. war sein Markenzeichen,

aber er schrieb auch unter dem Pseudonym EHM OHM.

Besondere seine Artikelserien und Bücher machten ihn in den 60er Jahren

bekannt: „Und dann trennten wir uns..." mit dem Untertitel

„Läufer, Lorbeer und Legenden".

Seine 1968 bis 1970 veröffentlichten zwei Bände „Olympische

Leichtathletik" erregten internationales Aufsehen – die Serie ist

vergriffen. 1999 ließ er noch einen dritten Band folgen. Seine

Dokumentation mit allen Ergebnissen der Leichtathletik bei den Olympischen

Spielen von 1896 bis 1996 umfasst 716 Seiten.

Als Mitbegründer des Weltverbandes der Leichtathletik-Statistiker (die

Association of Track & Field Statisticians hat heute rund 300 Mitglieder in

60 Ländern) bei den Europameisterschaften 1950 in Brüssel widmete er

sich der Leichtathletik-Historie so intensiv, dass er in drei Auflagen im

Auftrag des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) die Entwicklung der

Weltrekorde in allen Disziplinen (Progression of World Best Performances and

Official IAAF World Records) mit viel Einzelheiten zusammenstellte ist 517

Seiten lang. Das zweite Buch für die IAAF, das er gemeinsam mit Richard

Hymens schrieb, war über 700 Seiten stark.

z.M. hat ab 1950 gut vierzig Jahre für das Fachblatt

„Leichtathletik" gearbeitet. Vom Deutschen Leichtathletik-Verband

(DLV) wurde er 1991 mit dem Heinz-Cavalier-Preis ausgezeichnet, mit dem des

Leichtathletik-Chefredakteurs von 1924 bis 1944 und 1950 bis 1972 gedacht

wurde.

F.St.

 

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